Guttenberg-Satire: Fürs Fernsehen wird Tettnang zu Donnersberg

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Die Schauspieler Kai Schumann als Karl-Theodor zu Guttenberg und Katharina Thalbach beim Fotoshooting zur Guttenberg-Satire. (Foto: Jens Kalaene)
Schwäbische Zeitung

Das Neue Schloss, das Rathaus, die Uhlandschule und ein Tettnanger Bauernhof gehören zu den Schauplätzen der groß angekündigten Satire „Der Minister“, die die Plagiatsaffäre um den ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg aufgreift und voraussichtlich im Frühjahr 2013 auf SAT1 zu sehen sein wird. Wie die Produktionsfirma auf Nachfrage der Schwäbischen Zeitung bestätigt, werden in Tettnang Szenen gedreht, die in der ländlichen Heimat des Hauptprotagonisten spielen.

Der wird im Film Franz Ferdinand von und zu Donnersberg heißen und von „Doctor’s Diary“-Darsteller Kai Schumann dargestellt. Aus Tettnang wird im Film ebenfalls Donnersberg, der fiktive Ort, an dem Franz Ferdinand und sein guter Kumpel Max (Johann von Bülow) gemeinsam Kindheit und Jugend verbracht haben. Jener Max wird später der tatsächliche Autor der ominösen Doktorarbeit sein, unter die von und zu Donnersberg seinen eigenen Namen gesetzt hat, um sein Ansehen bei der Bundeskanzlerin aufzupolieren. Die heißt im Film übrigens Murkel, trägt gerne Hosenanzüge und wird von Katharina Thalbach verkörpert.

Zwischen dem 1. und 10. Oktober wird in Tettnang und Umgebung an sieben Tagen gedreht. Von den Darstellern werden neben Kai Schumann und Johann von Bülow auch Walter Sittler, Stefanie Stappenbeck und Alexandra Neldel dabei sein. Letztere spielt die Ministergattin, also das Pendant zu Stephanie zu Guttenberg. Für den gesamten Film sind lediglich 24 Drehtage angesetzt. Das lässt vermuten, dass ein durchaus beträchtlicher Teil der Szenen hier in der Region spielen wird – auch wenn der gemeine Fernsehzuschauer das letztlich eher nicht bewusst wahrnehmen wird.

Produzent Nico Hofmann ist mit seinem Team um Regisseur Uwe Janson und Drehbuchautorin Dorothee Schön der erste, der sich daran wagt, die Plagiatsaffäre um Karl-Theodor zu Guttenberg im Film zu verarbeiten. Und obwohl die Dreharbeiten noch laufen, lehnt sich Hofmann schon jetzt ziemlich weit aus dem Fenster. Bei einem Promotion-Auftritt zu „Der Minister“ in Berlin wagte er kürzlich den Vergleich zur preisgekrönten, für den Oscar nominierten Kult-Komödie „Schtonk“, in der Helmut Dietl die Geschehnisse rund um die gefälschten Hitler-Tagebücher satirisch aufbereitet hat. Viel höher kann die Messlatte kaum liegen.

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