Großes Angebot auf Radmarkt: Ein neues Zuhause für Fahrräder

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 Emma, Ida und ihre Eltern sind aus Eriskirch gekommen und und freuen sich über ein schönes Rad für Emma.
Emma, Ida und ihre Eltern sind aus Eriskirch gekommen und und freuen sich über ein schönes Rad für Emma. (Foto: Cosima Kehle)
Cosima Kehle

Für Emma und ihre Familie hat es sich gelohnt, am vergangenen Samstag nach Tettnang gekommen zu sein. Auf dem Fahrradgebrauchtmarkt haben sie ein Jugendrad gefunden, mit dem Emma die nächsten Jahre gut unterwegs sein kann. Wie sie haben auch knapp 60 weitere Fahrradfreunde ein Zweirad erwerben können. Laufräder, Kinderräder, Hollandräder, Mountainbikes, Rennräder, Treckingräder und Stadträder für Senioren wechselten die Besitzer. Im Angebot waren auch ein Fahrradanhänger sowie ein gut erhaltenes Einrad. E-Bikes findet man seit einigen Jahren ebenfalls.

„Es wurden mit 132 Rädern überraschend viele zum Verkauf angeboten“, freute sich Koordinator und Organisator Tilman Kugel vom ADFC Bodenseekreis. Man war sich nicht sicher, wie sich die Wetterlage und der neue Standort auswirken würden. Wegen der Baustelle am Manzenberg musste der Markt nämlich erstmals auf den Schulhof verlegt werden.

Es wurden mit 132 Rädern überraschend viele zum Verkauf angeboten.

Tilman Kugel vom ADFC Bodenseekreis

„Aber das ist eigentlich ein guter Platz“, lautete die Einschätzung von Andrea Kugel, die seit vielen Jahren beim Gebrauchtradmarkt aktiv ist. Die zahlreichen Besucher mussten sich lediglich beim Probefahren auf engem Raum ein wenig in Acht nehmen. Ansonsten gingen Anlieferung, Beratung, Service und Verkauf reibungslos über die Bühne. Gut ausgeschildert, fand das zahlreiche Publikum zudem mühelos den richtigen Weg entlang der Baustelle zum Markt.

Ein Team von fünfzehn Radfreunden vom ADFC Bodenseekreis und den Tettnanger „Grünen“ stellte sich wie jedes Jahr in den Dienst der guten Sache. Für eine geringfügige Verkaufsgebühr unterstützen sie Verkäufer auf Wunsch bei der Preisgestaltung und Käufer bei ihrer Kaufentscheidung. „Es wird schon mal auch noch ein Reifen aufgepumpt oder eine Schraube angezogen, quasi ein kleines Tuning vorgenommen“ , erläuterte Andrea Kugel. Am Samstag wurden unter Augen zahlreicher potentieller Käufer bis kurz vor zehn Uhr Räder angeliefert.

Um Punkt zehn Uhr eröffnete Tilman Kugel den Markt und das Team hatte alle Hände voll zu tun. Es galt Sattelhöhen zu verstellen, Fragen zu Rädern und Technik zu beantworten, beim Probefahren einen Blick auf Radler und Rad zu werfen, Alternativen aufzuzeigen und in vielen Fällen das Rad auch tatsächlich zu verkaufen. „Wir möchten uns nicht in die Entscheidung der Käufer einmischen“, berichtete eine der Aktiven vom ADFC. „Aber wenn wir sehen, dass jemand ein zu großes oder eindeutig zu kleines Rad ausgewählt hat, sprechen wir das gegenüber demjenigen schon an.“ Schließlich geht es darum, das passende Rad für die Käufer zu finden.

Wir möchten uns nicht in die Entscheidung der Käufer einmischen.

Eine der Aktiven vom ADFC

Für jeden Anspruch waren Räder im Angebot, vom preisgünstigen Alltagsrad bis hin zu hochwertigen Sporträdern. Wer sein Rad für den Fall eines Diebstahls codieren lassen wollte, konnte diesen Service an Ort und Stelle wahrnehmen. Er richtete sich an alle Interessenten, und es kamen auch einige Radler eigens dafür zum Manzenberg. Insgesamt wurden am Samstag sieben Räder codiert.

Die Anfänge des Gebrauchtradmarktes gehen in die Zeit Ende der 1990er-Jahre zurück. Die damals aktive „Bürgerinitiative für ein radfreundliches Tettnang“, kurz BIRT genannt, warb für ihr Anliegen mit einem Fahrradtag in der ganzen Innenstadt. Neben zahlreichen Aktionen gehörte auch der erste Gebrauchtmarktrad zum Programm.

Einige der heute noch Aktiven waren damals schon mit von der Partie, erinnerte sich Hans Schöpf. „Danach sind wir mit dem Fahrradgebrauchtmarkt immer wieder umgezogen und seit etwa 15 Jahren auf dem Schulparkplatz am Manzenberg beheimatet.“ Dort versorgen Schulsozialarbeit und SMV der Gemeinschaftsschule Tettnang die Radfreunde mit Getränken und Waffeln in den Räumen der Schulsozialarbeit.

Am Ende des Marktes gab es viele zufriedene Gesichter zu verzeichnen. Es freuten sich diejenigen, deren Rad verkauft wurde und diejenigen, die ein passendes Rad erworben hatten. Alle anderen können ihr Glück beim nächsten Gebrauchtradmarkt erneut versuchen.

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