Gleich drei Gründe zum Feiern

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 Ansteckende Begeisterungsfähigkeit – das strahlt Eva Frisch aus, die neue Chorleiterin.
Ansteckende Begeisterungsfähigkeit – das strahlt Eva Frisch aus, die neue Chorleiterin. (Foto: chv)
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„Heaven is a wonderful place”– mit ansteckender Begeisterung hat der Kirchenchor der Martin-Luther-Gemeinde zum Abschluss des Festgottesdiensts am Sonntag das Spiritual gesungen, doch vor dem Blick auf künftige Himmelsfreuden hat der Gottesdienst gezeigt, wie schön es schon auf Erden ist, erst recht, wenn es gleich drei Gründe zum Feiern gibt.

Da war die Einführung von Eva Frisch als Leiterin des Kirchenchors. Als Vorsitzende des Kirchengemeinderats hieß Karin Kathan sie mit einem Blumenstrauß willkommen. Schon in der ersten Probe habe sie berührt, wie feinfühlig Eva Frisch mit den Sängern umging, welche Leidenschaft sie spüren ließ – beides durften auch die Zuhörer erleben.

Zum zweiten waren da 24 neue Konfirmanden zu begrüßen, die am Anfang ihres Konfirmandenjahrs zusammen mit Pfarrerin Martina Kleinknecht-Wagner und Vikarin Naomi Reichel in die Kirche einzogen – beide werden sie das Jahr über begleiten. „Wir freuen uns, dass ihr da seid“, begrüßte sie Karin Kathan stellvertretend für die Gemeinde. In Gruppen traten sie an den Altar und trugen ihre Erwartungen, ihre Hoffnungen auf Gottes Kraft und auf eine gute Gemeinschaft vor. Dazu trugen sie symbolische Farben, die das Motto des Gottesdienstes „Farbe tragen, Farbe bekennen“ aufnahmen.

„Welche Farbe hat Ihr persönlicher Glaube?“, fragte Pfarrerin Kleinknecht-Wagner in der Predigt. Ist er grün, wie die Wiesen und Bäume, wie das Leben, das wächst und gedeiht? Ist er blau wie der Himmel oder rot wie die Liebe? Nein, der Glaube sei bunt wie der Regenbogen: „Gott begegnet uns in vielen Farben.“ Und diese Buntheit des Lebens sollte auch im Gottesdienst gefeiert werden, der noch einen dritten Grund zur Freude bereithielt.

Schon beim Eintritt in die Kirche leuchteten sie einem entgegen, die neuen grünen Paramente für Altar und Kanzel, ließen einen beschwingt eintreten. Entsprechend heiter war die Stimmung unter den Wartenden. „Sieht richtig schön aus, wunderbare Farben, alles gestickt“, hörte man bewundernd murmeln. „Grün ist die Kirchenfarbe für die festlose Zeit, die Farbe, die für das Hören von Gottes Wort steht, für das Leben an sich, für das Wachsen zu Gott hin“, erläuterte die Pfarrerin. Auch die Konfirmanden forderte sie auf, im Glauben zu wachsen und für ihn einzustehen: „Glaube ist nicht Hobby, Glaube ist eine Lebenshaltung.“

Lange hätten sie der Kosten wegen im Kirchengemeinderat mit sich gerungen, bevor sie die Paramente bestellten, auch die violetten seien bereits im Auftrag und kämen vielleicht zum Advent – Spenden dafür sind willkommen. Der Entwurf der neuen grünen Paramente stammt von Sabine Waldmann-Brun (Plieningen), die nach Kunst- und Medizinstudium mit Begeisterung beide Berufe miteinander verbinde, als Künstlerin und Chirurgin arbeite. Ausgeführt wurden sie von der Paramenten-Werkstatt „Knotenpunkt“ in Backnang. 358 Stunden waren nötig, bis das Tettnanger Altar- und Kanzelparament in Leinen, Baumwolle und feiner Wolle auf den Untergrund aus Wolle und Leinen gestickt war, so fein, dass man versucht ist, über das zauberhafte Kunstwerk zu streichen.

Nach dem freudig erhebenden Gottesdienst wurde noch lange rund ums Gemeindehaus weitergefeiert.

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