Frauenchor Allegro entfacht Begeisterungsstürme

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Auch gemeinsam stark: der Frauenchor Allegro und die Männer vom Vokal-Ensemble Bussen.
Auch gemeinsam stark: der Frauenchor Allegro und die Männer vom Vokal-Ensemble Bussen. (Foto: Annette Rösler)
anrö

Tettnang (anrö) - Ein mitreißendes Jahreskonzert zum Thema „Zeit“ hat der Tettnanger Frauenchor Allegro im Rittersaal im Schloss am Freitagabend dem Publikum geboten. Einige Zuhörer hatten sogar auf den Fensterbänken Platz genommen, da kein Stuhl mehr zu ergattern war. Überschwänglichen Begrüßungsapplaus gab es für die in farbenfrohen Blusen auf die Bühne tretenden Allegro-Sängerinnen, die sogleich mit Power starteten: „Lasset uns singen, die Stimmen erklingen“. Chormitglied und Moderatorin Sonja Vogel versprach reichlich „Zeit für Lieder“.

Sie lacht, singt, tanzt und dirigiert nebenbei professionell den Chor – die Rede ist von Chorleiterin Elke Sorg, die mit ihrer Energie und ihrem Temperament Sängerinnen und Publikum mitreißt. Die Sängerinnen von Allegro stehen nicht einfach da und singen, sondern zeigen Choreografien und strahlen Freude aus. Jede Einzelne kommt zur Geltung. Wunderschön zu hören waren „Happy Together“ von den Turtles und „Thank You For The Music“ von ABBA samt Gesangssolo von Elke Sorg. „Turn! Turn! Turn!“ von den Byrds, mit tänzerischen Einlagen unterlegt, kam bestens an. Mit Liedern wie „Sentimental Journey“ und „I Got Rythm“ unternahm der Chor einen Ausflug in die „Zeit der Vergangenheit“. Besonders schön heraus zu hören war hier Martin Giebel, der den Chor am Klavier begleitet.

Deutlich wurden die Damen bei dem jiddischen Lied „Bei mir bist du schejn.“Sie forderten lautstark: „So Kiss Me And Say You Understand“. Lieder für besondere Momente, schöne oder traurige, gab es mit „Time After Time“ von Cyndi Lauper und „Yesterday“ von den Beatles. „Jetzt nehmen wir uns Zeit für echte Männer“ verkündete Sonja Vogel. Mit der Erkenntnis aus dem Lied: „Du passt so gut zu mir“.

„Männerchöre scheinen ja etwas aus der Zeit gefallen zu sein. Deshalb ist das größte Glück eines Männerchors, manchmal von einem Frauenchor eingeladen zu werden“ sagte Jörg Seethaler vom elfköpfigen Vokal-Ensemble Bussen. „Wir versprechen den Mädels von Allegro 100-prozentig echte Liebesschwüre“ sagte Seethaler. Sehr alte Volkslieder wie „Und habe wieder gesungen und alles war wieder gut“, „Mädel ruck ruck ruck an meine grüne Seite“ von Friedrich Silcher, wurden von den Männern mit schelmischen Humor gewürzt und sorgten für Heiterkeit im Publikum. „Wir haben für Allegro ein Geschenk in Form eines Liedes mitgebracht“ sagte Seethaler schmunzelnd. Was wohl die fröhlich schnatternden „Drei Gänschen im Haberstroh“ mit dem Frauenchor zu tun haben? Allegro stellte danach musikalisch fest, dass Frauen einen Plan brauchen und ohne Problem alles hinbekommen. Die „optisch veränderten Männer mit jetzt nackigem Unterarm“ sangen anschließend „Horch, wer kommt von draußen rein“, und Seethaler meinte „wir haben auch keine Probleme, nur, wenn wir auf dem Sofa liegen, während Müll rauszubringen ist und aufgeräumt werden sollte.“ Da kann es passieren, dass die Liebste weg ist, wie in dem traurigen Lied „Im kühlen Grunde“, nach dessen letztem Ton ein tiefer weiblicher Seufzer im Rittersaal aus der ersten Reihe zu hören war. Mit „Your Love Is Lifting Me Higher“ von Jackie Wilson lief Allegro noch einmal zur Hochform auf. Nach einem letzten gemeinsamen Lied mit den Männern gab es nicht enden wollendem Applaus. „Jetzt gibt‘s noch ein paar musikalische „Rausschmeißerle“ dann wird gemeinsam Sekt getrunken“, verkündete Elke Sorg.

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