Frühere Apotheke Bär soll zu neuem Leben erwachen

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Markus Rehkugler steht in seinem Haus am Bärenplatz in einer Wohnung mit Kachelofen. Seine Mitarbeiter bereiten die Innenräume d
Markus Rehkugler steht in seinem Haus am Bärenplatz in einer Wohnung mit Kachelofen. Seine Mitarbeiter bereiten die Innenräume des Hauses auf, die Fassade soll dann bis spätestens 2018 folgen. (Foto: Mark Hildebrandt)
Schwäbische Zeitung
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Lange hat das Gebäude am Bärenplatz 5, in dem sich früher die Apotheke Bär befand, leer gestanden. Nun soll es wieder zu neuem Leben erwachen. Das zumindest will Markus Rehkugler, Immobilienhändler aus Friedrichshafen. Er ist Eigentümer des Gebäudes, seit März wird darin gearbeitet.

Feiner Staub liegt auf der Erde des Ladengeschäfts, Baumaterial stapelt sich an einigen Stellen, das Licht fällt schwach durch die abgeklebten Fenster. In einem davon hängt Werbung. An der Decke – die alte Verkleidung ist teilweise entfernt – kommen 200 

Jahre alte Balken zum Vorschein. „Das Holz ist in einem sehr guten Zustand“, sagt Rehkugler, „das hält auch noch 200 weitere Jahre“.

Die Grundrisse der vier Wohnungen sind leicht abgeändert. Wasser und Abwasser wird komplett neu gemacht, die Elektrik nur in Teilen. Das Gebäude wurde bereits 1985 saniert. Das beschleunigt jetzt die eine oder andere Maßnahme in dem geschichtsträchtigen Haus, in dem sich unter anderem auch einmal ein Kolonialwarenladen befand.

Reiz von Optik und Lage

Markus Rehkugler hatte schon lange ein Auge auf das Haus am Bärenplatz geworfen. Nicht nur die Optik gefiel ihm, sondern auch die Lage: „Jeder Tettnanger muss einmal am Tag an diesem Gebäude vorbei.“ Obwohl der Sitz seines Immobiliengeschäfts in Friedrichshafen ist und die Wurzeln in Oberteuringen sind, meint Rehkugler damit auch sich selbst: Seit einem Jahr wohnt er in Tettnang.

In dem Gebäude am Bärenplatz 5 soll es erst mal vier Wohnungen geben, mit Größen von 50 bis 70 Quadratmetern. Wenn es genehmigt wird, soll dann auch noch das Dachgeschoss ausgebaut werden. Bis spätestens Ende des Jahres soll das Innere fertig sein. Möglicherweise auch die Fassade, sagt Rehkugler, wobei das auch 2018 werden könne.

Parkett und Dielen sollen in großen Teilen aufbereitet werden, auch der Kachelofen in einer der Wohnungen wird dort bleiben, wo er gerade steht. Die Wände sind teils etwas krumm, aber, so Rehkugler: „Das hat alles auch seinen Reiz.“

Dieser Reiz ist allerdings auch mit Einschränkungen verbunden. Parkplätze zu den Wohnungen gibt es nicht, und auch die Grundrisse sind nicht immer vergleichbar mit modernen Wohnungen. Bei den Parkplätzen habe er möglicherweise eine Idee, sagt Markus Rehkugler, die baulichen Einschränkungen seien dagegen einfach Bestandteil des Gebäudes: „Der Charakter soll auf jeden Fall erhalten bleiben.“

„Viel zu schön“

Verkaufen will der Immobilienhändler das Haus am Bärenplatz später nicht: „Dafür ist es viel zu schön.“ Die Wohnungen sollen vermietet, die Geschäftsräume verpachtet werden. Doch mit Immobilien verbindet der Diplomfinanzwirt und Immobiliensachverständige nicht nur Ästhetik. Als er davon spricht, was ihn an Immobilien so fasziniert, nennt er eher abstrakte Begriffe wie Werthaltigkeit, Kapitalanlage oder Altersvorsorge. Hatte er zu Beginn seiner Karriere lediglich Objekte verwaltet und Immobilien-Investoren beraten, fing er bald selbst an, mit Objekten zu handeln. Behalten oder Wiederverkaufen sind immer die Optionen.

Was ins Ladengeschäft kommt, weiß Markus Rehkugler noch nicht. Ende Juni sollen die Fenster unter anderem mit dem Aufruf beklebt werden, sich mit Ideen zu melden, etwa unter der E-Mail-Adresse info@rehkugler.de. Interessenten für den Laden gebe es viele, er habe sogar schon welchen abgesagt.

„Mir ist es wichtig, dass das Geschäft zu Tettnang passt“, sagt Rehkugler. Denkbar wäre etwa eine Gastronomie – die Bestuhlung auf dem Bärenplatz und in der Karlstraße ist möglich – aber er sei da für Vorschläge offen, sagt Rehkugler.

Dass das Haus Charakter hat, zeigt sich übrigens auch im Keller: Neben trockenen Räumen gibt es dort auch einen alten Gewölbekeller. Durch ein vergittertes Fenster blickt man auf die Füße vorbeilaufender Menschen. Frühere Bewohner erkannten den Wert feuchter Mauern: Sie hinterließen ein altes Weinregal.

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