FKK heizt die Ballermann-Stimmung an

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Zunächst noch leicht bekleidet bringt Party-Sängerin Mia Julia das Fuß-Ball-Publikum auf Touren.
(Foto: oej)
Olaf E. Jahnke

Mia Julia hat in der Neukircher Turn- & Festhalle die Hüllen fallengelassen & auch gesanglich weitgehend überzeugt.

Überwiegend sportlich ge- oder verkleidet, hat das über 18-jährige, doch insgesamt eher junge Fasnets-Partypublikum die Neukircher Turn- und Festhalle gefüllt. Dabei ging es in der Folge eher ums Entkleiden. Denn Hauptattraktion Mia Julia hat sich am Fasnetssamstag kurz vor Mitternacht schließlich dann deutlich weniger züchtig als auf dem Plakat (die Schwäbische berichtete) gezeigt – fielen doch alle Hüllen. Eine Gesangseinlage gab es gänzlich textilfrei, eine Zugabe mit einem bisschen Handtuch und schließlich noch eine mit dem zum Minirock umfunktionierten T-Shirt. Freilich ohne Höschen – was für die attraktive Ballermann-Ikone, die schon Penthouse-Titel geziert hat, nicht weiter aufregend war.

Gesanglich zeigte sich das Party-Showtalent mit erstaunlich kräftiger Stimme bei Songs wie „Oh Baby“ oder „Auf die Liebe“. Wie viele Stars vom Ballermann zeigte Julia mit hoher Bühnenpräsenz viel Mut zum Kontakt mit dem tobenden Publikum. Einige Zuschauer hatten immerhin Fanshirts, die nach Auskunft der Träger nur auf Mallorca zu haben sind. Und erstaunlich viele weibliche Zuschauer waren gekommen.

Frei nach dem Motto ihrer Tour „frech, laut, sexy“ kam Mia Julia gleich auf den Punkt: „Wollt ihr, dass ich mich ausziehe?“ Das Musikprogramm zielte deutlich auf Stimmung und Striptease. Die Partymenge bejahte eindeutig und sang mit bei Songs wie „Kleine Maus, zieh dich aus“ und anderen Partyschlagern mit ähnlicher Zielrichtung.

In die Show eingebaut war ein bisschen Gegenargumentation zu der in der SZ berichteten Kritik im Vorfeld. Auch wurde die humanistische Fragestellung bemüht: „Sind wir denn nicht alle nackt auf die Welt gekommen?“ Eine folgende, leicht blasphemische Interpretation der Schöpfungsgeschichte hätte die „Partykönigin von Mallorca“ auch weglassen können.

„Ich hab nur Schuhe an“

Zwar gab’s erstaunlich wenig Applaus nach der Nakedei-Show, dafür verlangte das Publikum nach mehr. Logische Folge: der Song „Ich hab nur Schuhe an“. Als Mia Julia T-Shirts verteilte, hatten die Herren von der Security reichlich zu tun. Schließlich gab’s noch Tourismuswerbung mit einer Hymne auf „Mallorca, da bin ich daheim“.

Vor Mia hatte sich Stefan von Bierkeller als Stimmungsmacher versucht. Wie zu erfahren war, kommt er nicht aus dem gleichnamigen Teilort von Langenargen. Für beste Partystimmung sorgten vor und nach den Haupt-Acts eher die DJ-Sounds und vor allem die Lumpenkapellen Schlier, Ankenreute & Höf, Butzlumpa, Grünkraut und als Heimspiel zum Schluss das Chaosorchester mit fulminanter Resonanz.

Im Gespräch mit der SZ äußerte sich die nach der Show wieder bekleidete Sängerin überaus positiv zu Veranstaltung und Neukirch: „Dass es hier so abgeht, freut mich natürlich. Und das mit der Schwäbischen Zeitung – da sind ja alle Beteiligten zu Wort gekommen.“ Auch Fuß-Ball-Organisator Andreas Schmid zeigte sich zufrieden: „Wir hätten zwar noch mehr Andrang erwartet, nach der Berichterstattung im Vorfeld, aber für Fasnetssamstag ist alles bestens – vor allem die Stimmung.“ So kann Neukirch auch nächste Saison wohl wieder mit einem speziellen Fuß-Ball-Event rechnen.

Viele weitere Bilder von dem Abend gibt es unter

www.schwaebische.de

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