Feuerwehr löscht nach tödlichem Tesla-Unfall Mitteilung über Akku

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In einem Tesla ist ein Tettnanger am Donnerstag ums Leben gekommen.
In einem Tesla ist ein Tettnanger am Donnerstag ums Leben gekommen. (Foto: Symbol: dpa)
Deutsche Presse-Agentur
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Thilo Bergmann, Mark Hildebrandt, Sebastian Heinrich und Agenturen

Bei einem Unfall mit seinem Tesla-Elektroauto ist ein 48-jähriger Tettnanger in der Schweiz in seinem Auto verbrannt. Die Feuerwehr verwies auf Facebook auf den Akku, machte dann aber einen Rückzieher.

„Wir sind tief betrübt über den Unfall“, teilte ein Tesla-Sprecher mit. „Wir arbeiten daran, alle Fakten zu diesem Fall zusammenzutragen und arbeiten vollumfänglich mit den örtlichen Behörden zusammen.“

Zunächst verwies die Feuerwehr neben einem Foto mit meterhoher Brandsäule über dem Wrack auf Facebook auf den Lithium-Ionen-Akku des Autos. Eine chemische Reaktion mit dem Fachausdruck „thermisches Durchgehen“ könne den Brand beschleunigt haben, hieß es da.

Am Dienstagvormittag entfernte sie diese Mitteilung dann. Stattdessen veröffentlichte sie ein Foto des Unfalls, auf dem kaum Flammen, aber viel Rauch zu sehen war. Im Text hieß es lediglich, der Brand sei dank der online verfügbaren Anleitung des Herstellers für Notfälle sicher gelöscht worden.

Laut Tessiner Kantonspolizei und dem italienischen Sender RSI war das Auto vor dem Nordportal des Monte-Ceneri-Tunnels auf der Schweizer Autobahn A2 zunächst mit der Leitplanke kollidiert, hatte sich anschließend überschlagen und dann Feuer gefangen. Der Fahrer starb beim Unfall.

Laut der Tageszeitung „Corriere del Ticino“ war das Auto mit hoher Geschwindigkeit unterwegs. Nahe der Unfallstelle befinde sich eine Baustelle. Tesla habe geäußert, dass das Unternehmen den Behörden zur Verfügung stehe, um den Unfallhergang aufzuklären. Dies betreffe vor allem die Frage, ob der Autopilot während des Unfalls angeschaltet war.

Ein Redakteur der „Schwäbischen Zeitung“, der zufällig am Unfallort unterwegs war, berichtet davon, dass die Einsatzkräfte nur sehr langsam zur Unfallstelle vordringen konnten, da die Autofahrer keine Rettungsgasse bildeten. Auch Sichtschutzwände habe es keine gegeben.

Das Feuer sei nach Angaben der Tageszeitung „Corriere del Ticino“ so heiß gewesen, dass die Feuerwehr den Brand nicht habe löschen können. Der Redakteur der „Schwäbischen Zeitung“ berichtet, dass es keine Löschversuche durch die Feuerwehr gegeben habe, als das Fahrzeug in Vollbrand stand. Der Autobauer Tesla widerspricht dieser Aussage mit Hinweis auf offizielle Stellungnahmen von Feuerwehr und Polizei. 

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