Familie Seitz setzt auf bodenständige Küche

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 Silke und Hardy Seitz lieben ihren Beruf und betreiben das Gasthaus Ranken mit viel Herzblut.
Silke und Hardy Seitz lieben ihren Beruf und betreiben das Gasthaus Ranken mit viel Herzblut. (Foto: Angela Schneider)
Angela Schneider

Geöffnet ist das Gasthaus dienstags bis donnerstags ab 16 Uhr, freitags bis sonntags von 11 bis 21 Uhr. Es gibt durchgehend warme Küche. Weitere Infos unter

www.gasthaus-ranken.de

Wie lange es das Gasthaus Ranken, direkt an der Tettnanger Straße in Pfingstweid gelegen, schon gibt, wissen Hardy und Silke Seitz gar nicht so genau. Sie haben das Haus mit der Anschrift „Am Ranken 1“ 2007 von Hardy Seitz’ Mutter Ruth Helm übernommen, ab 2010 komplett umgebaut und modernisiert und betreiben es seither mit viel Herzblut.

„Gastronom ist eigentlich ein schöner Beruf“, lacht Hardy Seitz, der in seinem früheren Berufsleben als Bäckermeister gearbeitet hat. Auch seine Frau Silke weiß das ganz genau, denn sie kommt aus dem Hotelfach. Und als sich die Gelegenheit ergab, den Ranken zu übernehmen, haben die beiden den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Das Konzept war von Anfang an klar, so Hardy Seitz. „Wir bieten den Gästen Vertrauen und Vertrautes an, dazu gehört eine frische, ehrliche und bodenständige Küche aus regionalen Zutaten“, so Seitz, der nicht nur im Ranken kocht, sondern auch täglich zwei Sorten Brot backt, was die Gäste ganz besonders schätzen. „Bei uns kommt nur auf den Teller, was ich auch selber gerne essen möchte“, ergänzt Silke Seitz, die sich um den Service kümmert.

Oberschwaben trifft Thüringen

Die Karte präsentiert sich gutbürgerlich und bringt das Beste aus zwei Regionen mit, die einiges von gutem Essen verstehen: Oberschwaben und Thüringen. Silke Seitz, als gebürtige Thüringerin, hat das Speiseangebot im Ranken um Klassiker der Thüringer Küche ergänzt. Dazu gehört unter anderem das Rostbrätel, ein in Schwarzbier eingelegtes und gegrilltes Halssteck mit abgeschmälzten Zwiebeln. Sonntags kommen Fans von echten Thüringer Kartoffelklößen auf ihre Kosten und damit auch Oma Ruth ins Spiel: Ruth Helm bereitet die Kartoffeln für die aufwendigen Klöße vor, die zu zwei Dritteln aus rohen und zu einem Drittel aus gekochten Kartoffeln hergestellt werden. Und weil man die Klöße nicht auf Vorrat zubereiten oder gar gefroren verwenden kann, gibt es sie – gerne zu Ente, Gans oder einem deftigen Braten – eben nur sonntags. Kartoffeln spielen im Gasthaus Ranken überhaupt eine große Rolle, es gibt sie außer als Klöße nämlich auch als schwäbischen Kartoffelsalat und in Form von Bratkartoffeln. Kein Wunder, dass Oma Ruth da als fleißige Helferin besonders gefragt ist, denn sechs Tonnen Kartoffeln unterschiedlicher Sorten pro Jahr wollen vor der Zubereitung in der Küche geschält und geschnibbelt werden.

Eine saisonal geprägte Zusatzkarte ergänzt das reguläre Angebot. „Da gibt es dann auch mal die Schlachtplatte oder Wild“, sagt Silke Seitz. Wild haben die Wirtsleute zum Beispiel nur im Angebot, wenn ihnen der Jäger etwas bringt. „Und dann verwenden wir auch alles vom Tier, bis zu den Knochen, die wir für die Soße brauchen“, ergänzt Silke Seitz. Ihre Küche sei relativ aufwendig, so Hardy Seitz, Fertigprodukte kommen ihm nicht auf den Teller. Viel Zeit in der Vorbereitung benötigen auch die Salate. Acht verschiedene Sorten sind auf einem Teller, und darauf ist Silke Seitz durchaus stolz. „Wir machen das, was einem zu Hause zu aufwendig ist“, sagt sie. Aber die Gäste sollen im Ranken nicht nur satt werden, sondern gerne Zeit dort verbringen, Behaglichkeit erleben.

Hardy und Silke Seitz haben aus der ehemals eher unscheinbaren Wirtschaft einen Gasthof mit eigenständigem Profil gemacht. Dafür haben die beiden viel Zeit und noch mehr Arbeit investiert. Die Gäste honorieren diese Anstrengungen, die 80 Plätze in der Gaststube und im Sommer die 40 Plätze im Biergarten sind immer gut belegt. „Wir würden diesen Schritt wieder gehen“, sagt Silke Seitz, der aber auch wichtig zu erzählen ist, dass eine solche Leistung nur im Team geht. Die fest angestellten Servicekräfte, Marie Pierre Puglise und Sabrina Rizzatto und in der Küche Elke Mühl, gehören ebenso dazu, wie Teilzeitkräfte und die beiden erwachsenen Kinder von Hardy und Silke Seitz, die am Wochenende mitarbeiten. Und in noch einem Punkt sind die beiden Wirtsleute ganz bodenständig: „Eigentlich gilt unser Dank nicht nur unseren Lieferanten und Mitarbeitern, sondern auch den Menschen, die zu uns kommen. Denn ohne unsere Gäste würden wir heute nicht da stehen, wo wir sind“, sagt Silke Seitz.

Geöffnet ist das Gasthaus dienstags bis donnerstags ab 16 Uhr, freitags bis sonntags von 11 bis 21 Uhr. Es gibt durchgehend warme Küche. Weitere Infos unter

www.gasthaus-ranken.de

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