Förderkreis flaniert im Humpisquartier durch die Straßen von Avignon

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Die Besuchergruppe des Fördervereins Heimatkunde im den Strassen von Avignon im Innenhof des Museums Humpisquartier.
Die Besuchergruppe des Fördervereins Heimatkunde im den Strassen von Avignon im Innenhof des Museums Humpisquartier. (Foto: tt-bilder)
Schwäbische Zeitung

Das kulissenhafte Stadtbild Avignons mit Papst-Palast und der berühmten Brücke im Innenhof des Ravensburger Humpisquartiers bildet den Hintergrund zur dortigen Ausstellung „Avignon – Zucker erobert Europa“. 40 Gäste und Mitglieder des Förderkreises Heimatkunde haben die Ausstellung nun besucht.

Avignon war im Mittelalter eine der großen europäischen Metropolen, die als Sitz der Päpste Weltgeltung erlangte. Die zu Avignon gehörenden Mittelmeerhäfen, Aigues- Mortes und Port de Bouc waren Ausgangspunkt und Zentren des Handels mit exotischen Waren aus dem arabischen Raum, schreibt der Förderkreis Heimatkunde. Auch die Große Ravensburger Handelsgesellschaft sei im 15. Jahrhundert mit einer Filiale in Avignon vertreten gewesen. Sie handelte vor allen Dingen mit Leinwand, die sie von Oberdeutschland nach Avignon brachte und von Aigues-Mortes nach Spanien verschiffte. Da Zucker neben Gewürzen zu den begehrten Luxuswaren gehörte und Handel damit viel Geld einbrachte, kauften die Humpis sogar eine Zuckerfabrik in Valencia und stiegen in die Zuckerproduktion ein.

Wie es einige Exponate der Ausstellung zeigen, war Zucker ein Luxusgut, erschwinglich nur für wenige Reiche, aber in der Medizin auch als Heilmittel gebräuchlich. Einige Jahrzehnte später, nach der Entdeckung Amerikas, verlagerte sich der Welthandel vom Mittelmeer auf den Atlantik. Zucker wurde durch Sklavenarbeit viel billiger in der Karibik hergestellt. Die Humpis-Handelsgesellschaft zog sich daher aus dem Mittelmeerraum und dem Zuckerhandel zurück.

Die Exkursionsteilnehmer, die in zwei Gruppen von Christoph Stehle und Michael Borrasch durch die Ausstellung geführt wurden, bedankten sich bei den Referenten für die anschauliche Darstellung eines interessanten Kapitels europäischer Handels-und Kulturgeschichte.

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