Erster Dorf-Flohmarkt im Kau ist ein voller Erfolg

Etliche Schnäppchenjäger sind am Samstag im Kau unterwegs.
Etliche Schnäppchenjäger sind am Samstag im Kau unterwegs. (Foto: Olaf E. Jahnke)
Olaf E. Janke

Der erste Ortsflohmarkt auf Initiative des Ortschaftsrats ist im Kau ein voller Erfolg geworden. Bei bestem Wetter haben sich am Samstag von 10 bis 15 Uhr Scharen von Besuchern in den Straßen und vor den rund 80 Ständen getummelt. „Der Plan ist aufgegangen“, bilanziert Mitorganisator Alexander Schulz, der die einzelnen Verkaufsstellen, für die es auf der Homepage der Stadt auch einen Plan zum Herunterladen gab, noch mal kontrolliert hat.

An einem der ersten Stände in der Hopfenstraße bot Familie Staggat überwiegend Kindersachen und -spielzeug an. Die Kinder und die Oma halfen mit – und am Stand hieß es: „Wir staunen über die Vielzahl an Interessenten und woher die kommen.“ So seien Käufer aus Eschach, Neukirch, Laimnau oder Ravensburg vor Ort gewesen. Die Flohmarkt-Abstinenz hat wohl zur Kauflust beigetragen, daher freue man sich, nach so langer Zeit über die Begegnungen und Gespräche.

Durchs Kau konnte man sich indes auch mit einem historischen Traktor-Gespann fahren lassen, ein besonderes Erlebnis. An verschiedenen Ecken lockten zudem Imbissstände, auch an der Seldnerhalle wurde bewirtet. Auffallend gute Laune herrschte bei allen Beteiligten. Am Stand von Ortsvorsteher Joachim Wohnhas bilanzierte dieser: „Unglaublich gute Stimmung – und nur positive Rückmeldungen.“ Damit könne man zufrieden sein und auch damit, dass man Dinge loswerde, die man viel zu lange aufbewahrt habe.

Gern genutzt und ein Erlebnis bei der Rundfahrt durch den Ort: das Oldtimer-Traktor-Shuttle mit gut gelauntem Fahrer.
Gern genutzt und ein Erlebnis bei der Rundfahrt durch den Ort: das Oldtimer-Traktor-Shuttle mit gut gelauntem Fahrer. (Foto: Olaf E. Jahnke)

Zum Beispiel auch eine Ausgabe der Schwäbischen Zeitung vom 10. Juni 1960. Einschränkungen im Sortiment gab es kaum, von Haushaltsgegenständen, Sportgeräten bis zum Kinderbett war alles dabei. Gebrauchskunst, Kitsch und Dekoratives durfte auch nicht fehlen. Auffällig viele Ski-Ausrüstungen, Trainingsgeräte und Inliner waren an einem Stand zu finden. „Wir verkaufen alle Sportgeräte – allerdings auch die Kleider, die nun nach dem Einstellen der Sportaktivitäten nicht mehr passen“, scherzte eine nicht mehr ganz jugendliche Verkäuferin am Stand der Familie Pfanner.

An einem anderen Stand, bei Familie Damski, feilschte ein Kunde im Rentenalter um ein fast neuwertiges Rumtopf-Set mit vielen Teilen. Zusammen mit anderem Steingut einigte man sich schließlich. Beide Seiten waren mit dem Schnäppchen zufrieden. Schade fanden es verschiedene Standinhaber, dass man gleichzeitig in Tettnang den Erlebnis-Samstag veranstaltet habe. „Aber wir wollen da nach Ende des Kauer Marktes noch hin“, war von einigen zu hören.

Trotz zahlreicher Konkurrenzveranstaltungen könne man nicht klagen, erläuterte eine ältere Standbetreiberin. „Das ist so schön, wie sich heute auch der ganze Ort so zusammenfindet.“ Zusammengefunden haben sich auch zuweilen bis zu vier Familien an einem Stand. Entsprechend bunt war die Auswahl am Stand, wo es dann auch mal ein Frittiergerät für fünf Euro oder einen inzwischen historischen Foto-Film-Vergrößerer für kleines Geld gab. Eine eingesessene Kauerin betonte, dass die soziale Komponente mehr zähle als der Kommerz.

An ihrem Stand wurde geduldig mit nicht immer geduldigen Kunden verhandelt und bemerkt: „Wir haben Zeit und keinen Stress.“ Die Kundschaft setzte sich aus allen Altersgruppen zusammen. Ein älteres Paar genoss den Rundgang. Sie seien stolz darauf, dass sie den gesamten Rundgang geschafft haben. Außerdem seien sie eigentlich schon zum Tettnanger Erlebnis-Samstag unterwegs, erzählten sie. Viele Familien freuten sich über die Kauf- oder Verkaufmöglichkeit gebrauchter Kindersachen, von Bekleidung bis zum Spielzeug.

Der zehnjährige Julian nutzte dagegen die Gelegenheit für die eigene Suche nach Spielzeug und Elektro-Musikequipment. Bei Familie Assfalg war es für die Großmutter die Gelegenheit, ihre nicht mehr benötigten Spielsachen, die sie früher für die Enkel bereit hielt, jetzt zum Verkauf anzubieten. Insgesamt bilanzierten die meisten die Aktion als überaus gelungen – und freuten sich schon auf die nächste Flohmarkt-Veranstaltung im Kau.

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