Elektronikschule wartet mit mehreren „win-win-Situationen“ auf

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 Marc Mosherr mit seiner Anlage, die Ablagerungen in Flüssigkeitsbehältern erkennt.
Marc Mosherr mit seiner Anlage, die Ablagerungen in Flüssigkeitsbehältern erkennt. (Foto: anrö)
Annette Rösler

Ein Rundgang durch die Elektronikschule Tettnang (est) hat sich am Samstag für die Besucher wieder mal gelohnt. Bei hohen Temperaturen waren viele Interessierte gekommen, um beim Tag der offenen Tür einen Einblick in die Ausbildungsbereiche zu erhalten und sich zu informieren. Im Eingangsbereich lag ein Kondolenzbuch für den verstorbenen ehemaligen Rektor Alfred Heß aus, in das sich viele ehemalige Schüler und Kollegen eintrugen.

Schulleiter Jochen Würstle wies zur Begrüßung auf die Präsentationen und das attraktive Rahmenprogramm in den drei Stockwerken hin. Im Obergeschoss zeigten die Absolventen der Fachschule für Technik ihre anspruchsvollen Abschlussarbeiten. So präsentierte Marc Mosherr einen Sensor, der Ablagerungen von Flüssigkeiten in Behältern erkennt und meldet, wenn dieser zu reinigen ist. Auch die weiteren Arbeiten waren beeindruckend. Die Fachschule für Technik kann in Voll- oder Teilzeit besucht werden.

Zum zweiten Mal stellten sich Unternehmen, die Fachkräfte und Auszubildende suchen, am Tag der offenen Tür vor. „Letztes Jahr waren es zehn Betriebe, dieses Mal sind es schon 22,“ freute sich Würstle. „Hier werden Kontakte zwischen Unternehmen, Schule und Schülern geknüpft, was eine win-win-Situation für alle bedeutet,“ sagte Yorck Hirschberg von der „est“.

Viel Originelles und Spannendes hatten sich bei ihren Abschlussprojekten die Schüler des Berufskollegs einfallen lassen – etwa eine Eiswürfelmaschine mit bunten Eiswürfeln von den Brüdern Andreas und Martin Reischmann. Oder eine automatische Gießanlage für Blumen, die Gina Sassano konstruiert hatte, die mit Henriette Futterknecht die einzigen weiblichen Schüler der Elektronikfachschule darstellt. „Es ist sehr anstrengend, die einzige Frau in der Klasse zu sein,“ sagte Futterknecht.

Gelohnt hat sich auch der Ausflug in die Ausstellung des Elektronikmuseums Tettnang mit familienfreundlichen Vorführungen nostalgischer Elektronik durch Leiter Rainer Specker. Im Erdgeschoss ließ sich die Werkstatt der Berufsfachschule besuchen. Es gab Einblicke in die Demonstrations- und Schulungsanlage iLernfabrik 4.0 für innovative Lerninhalte zum Thema Industrie 4.0. Die imposante Anlage in Bewegung zu sehen, übt eine große Faszination aus. Laut Martin Retzbach, der mit weiteren Kollegen die Anlage in freier Zeit betreut, entwickelt sich das Projekt kontinuierlich weiter.

Der 16-jährige Thomas Hädicke (Schülerforschungszentrum Wangen) präsentierte stolz ein hoch bewegliches, autonomes Fahrzeug. Das Computerprogramm dazu hat er selbst geschrieben. An den acht Standorten des Schülerforschungszentrums Südwürttemberg können interessierte Schüler ab Klasse 4 forschen und tüfteln und damit Freude an Naturwissenschaften und Technik entwickeln. Demonstrationen der Robotertechnik, die Lasershow sowie eine Fahraktion im Rennwagen mit Virtual Reality, der Fairtrade-Verkaufsstand und das reichhaltige kulinarische Angebot in der Cafeteria ließen keine Wünsche offen.

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