Eine Frage an alle: „Heute schon die Welt verändert ?“

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Es zeigt einige der AK-Peru-Aktiven vor dem Puzzle nach dem Gottesdienst
Es zeigt einige der AK-Peru-Aktiven vor dem Puzzle nach dem Gottesdienst (Foto: Cosima Kehle)
Schwäbische Zeitung
Cosima Kehle

Seit mehr als 25 Jahren besteht die gelebte Partnerschaft zwischen der Gemeinde Christo Ramoz in Porcón und der St. Gallus Kirchengemeinde Tettnang. Zu ihren Aktivitäten gehört der Peru-Sonntag, der alljährlich in der Fastenzeit ausgerichtet wird. In diesem Jahr stellte der AK Peru ihn unter das Motto: „Heute schon die Welt verändert?“ Es ist der aktuellen Misereor-Fastenaktion entnommen und spricht alle Menschen an. Versinnbildlicht wurde dies am Bild der Welt als Puzzle. Jeder kann teilhaben und alle Teile entfalten ihre Wirkungskraft gemeinsam.

Im Gottesdienst stellten Mitglieder der AK-Peru ihre Puzzleteile vor und fügten sie zu einer symbolischen Weltkugel. Wie Eva Aicher einführend erläuterte, entstanden die Inhalte der Teile in Zusammenarbeit mit den Geschwistern in Porcon. Staunend habe man erkannt, dass trotz unterschiedlicher Lebensbedingungen viele Vorschläge universal sind und sich gleichen: „Wir wollen zuhause mehr miteinander reden“ – das gilt für Tettnang wie auch für Porcón. „Ich werde alten Menschen mehr Zeit und Zuwendung schenken“, „Ich möchte meine Zunge im Zaun halten“ oder „Ich möchte weniger Müll erzeugen“ lauteten andere Inhalte.

Den stimmungsvollen Gottesdienst verbanden peruanische Kirchenlieder, das „Vaterunser der Campesinos vom Andenland“ sowie ein peruanisch dekorierter Altar mit der Partnergemeinde. In Absprache mit ihr erging die Kollekte in diesem Jahr an ein Bildungsprojekt in Palästina, wo Mittelkürzungen durch den US-Präsidenten die Schulbildung für 500 000 palästinensische Jugendliche gefährden. Jeder ist Teil des Ganzen, ließen die Freunde aus Porcón verlauten und richteten ihren Blick zusammen mit den Tettnangern auf das drängende Problem in Palästina. Auch wenn man dies durch die Kollekte allein nicht lösen könne, trage man wenigstens einen kleinen Teil dazu bei. „Entscheidend ist der Blick“, hatte Pfarrer Hagmann in seiner Predigt betont. Der Blick auf den Einzelnen, aber auch der Blick auf das Ganze. Die Frage „Hast Du ein Licht?“ richte sich wie auch das Motto des Peru-Sonntags an alle, gerade dann, wenn es schon überall dunkel sei.

Infos zu aktuellen Projekten

Nach dem Gottesdienst wurde der Peru-Sonntag im Gemeindezentrum fortgesetzt. Es warteten der Tradition gemäß Schupfnudeln, Kaffee und Kuchen, fair gehandelte Waren, Fotokarten und Informationen zu aktuellen Projekten des AK auf die Besucher. Und es wartete die Einladung, sein eigenes Puzzleteil zu gestalten, sei es auf Papier oder im Einvernehmen mit sich selbst.

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