Ein Plattenspeichergerät ergänzt die Sammlung

Lesedauer: 4 Min
Ein Plattenspeichergerät ergänzt die Sammlung
Ein Plattenspeichergerät ergänzt die Sammlung (Foto: pr)

Technikbegeisterte dürfen sich freuen: Konrad Schank, ehemals bei BASF beschäftigt, hat dem Tettnanger Elektronikmuseum ein wertvolles Objekt für die Ausstellung überlassen. Nicht nur als kurzfristige Leihgabe, sondern als Geschenk bereichert der Plattenspeicher der Oberklasse künftig das Museum.

Als sich Ende August ehemalige Schüler der Meisterschule des Handwerks zu ihrem 50-jährigen Meisterjubiläum an der Stätte trafen, wo sie früher die Schulbank drückten, war das für das Museum eine glückliche Fügung. Einer der ehemaligen Schüler, Konrad Schank, kam mit Mitarbeitern des Museums ins Gespräch und fragte, ob das Museum Interesse an einem Plattenspeichermodell hätte, welches er dem Museum gerne zur Verfügung stellen würde. Da er damals gerne in Tettnang war und jetzt bei der Führung erfahren hat, mit wie viel Herzblut das Elektronikmuseum ehrenamtlich betrieben wird, war die Entscheidung für ihn schnell klar.

Ein Magnetplattenspeicher ist in der elektronischen Datenverarbeitung ein Speicher, bei dem sich eine magnetisierbare Speicherschicht auf Ober- und Unterseite einer sehr schnell rotierenden Platte befindet. Mehrere solcher Platten werden zur Erhöhung der Speicherkapazität zu einem Festplattenstapel zusammengefasst. Diese beidseitig beschriebenen Scheiben wurden dann von einem Motor mit hoher Geschwindigkeit angetrieben und die Daten auf jeder Platte von jeweils zwei Magnetköpfen abgelesen.

Die Geschichte dieser Speicher begann schon 1956 bei der Firma IBM. Vor rund zwanzig Jahren verschwand das Gerät dann aus dem Alltag. Bis zum heutigen Zeitpunkt haben sich über 200 Firmen mit der Herstellung von Festplatten beschäftigt. Zu diesen Firmen gehörte ab 1966 auch BASF. Sie konnte besonders hochwertige, mit magnetaktivem Material beschichtete Aluminiumplatten herstellen. Allerdings wurde die Produktion in Willstätt bei Kehl nach einigen Jahren wieder eingestellt. Heute gibt es nur noch drei Produzenten weltweit.

Solche Festplattenspeicher wurden damals in Großrechnern eingesetzt, wo sie inklusive des Controllers zum Teil kühlschrankgroße Geräte ergaben. Aufgrund der immensen Anschaffungskosten wurden sie nur in großen Firmen oder von Behörden genutzt.

Das überlassene Ausstellungsstück wurde der laufenden Fertigung als Einzelstück entnommen und danach halbiert. Zum Zweck der Repräsentation wurde dann das Modell den Besuchern im BASF-Werk Willstätt präsentiert. Das Ausstellungsmodell stammt aus der Fertigungszeit von 1976 und hätte als funktions-tüchtiger Speicher eine Speicherkapazität von 200 Megabyte. Im Vergleich zur heutigen Zeit nicht viel, haben doch Handys heute schon eine Kapazität von rund 16 Gigabyte.

Nun darf sich das Elektronikmuseum Besitzer einer besonderen Rarität nennen, die die Sammlung optimal ergänzt. Schenkungen dieser Art sind für das Museum sehr wichtig, da es nicht über einen großen Anschaffungsetat verfügt, aber dennoch den Anspruch hat, die Entwicklung im Elektronikbereich umfassend zu dokumentieren. Umso glücklicher sind die ehrenamtlichen Museumsmitarbeiter über dieses Geschenk und bedanken sich herzlich beim Spender Konrad Schank.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen