Dieter Jung scheidet als Vorsitzender des Stadtseniorenrats aus

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Dieter Jung, scheidender Vorsitzender des Tettnanger Stadtseniorenrats.
Dieter Jung, scheidender Vorsitzender des Tettnanger Stadtseniorenrats. (Foto: tbb)
Redaktionsleiter

Es ist das Ende einer Ära. Und doch wirkt Dieter Jung, der Vorsitzende des Stadtseniorenrats beim Redaktionsbesuch recht gelassen. Nein, er werde keine Probleme haben mit dem Loslassen, sagt er auf die Frage, wie es am Mittwoch, 16. Mai, ab 14 Uhr für ihn sein werde, wenn die scheidenden Mitglieder des Stadtseniorenrats im Rathaus offiziell verabschiedet würden. Darunter auch er, der Vorsitzende der ersten Stunde. Seit 2003 ist er im Amt.

Er bringt im Abgeben von Verantwortung schon einige Erfahrung mit, erinnert an den TSV-Vorsitz: „Als ich dort dann Ehrenvorsitzender geworden war, habe ich alle zum Vorsitzenden geschickt, die etwas wollten und habe gesagt: Der ist jetzt zuständig.“ Ebenso stehe er hier jetzt zwar zur Verfügung, wenn er als Ratgeber gefragt sei. Aber eben nicht ungefragt, er wolle sich nicht einmischen.

Das wirkt erst einmal ungewohnt aus dem Mund des 79-Jährigen, der durchaus für eine gewisse Vehemenz bekannt ist. Aber er macht auch klar: „Es sind ja jetzt sieben neue Mitglieder.“ Und dieser Wandel, dieser Generationswechsel sei ja auch wichtig. Wobei die bisherigen, erfahrenen Mitglieder ja auch für Kontinuität stunden.

Ziele hoch setzen und Kompromisse suchen

„Wir sind damals ja selbst alle Neulinge gewesen, als wir angefangen haben“, erinnert sich Jung zurück. Stadtseniorenrat, das hätte vorher ja keiner gemacht. Natürlich habe man viel aus dem Beruf einbringen können, er selbst war im Vorfeld Vertriebsdirektor bei Oetker. Viel Kraft hat er dabei auch aus dem Rückhalt seiner mittlerweile verstorbenen Frau Hannelore ziehen können. Auch andere hätten ihre Stärken einbringen können. Seine Strategie sei immer gewesen, die Ziele hoch zu setzen und den Gesprächspartnern Brücken zu bauen, den Kompromiss zu suchen.

Wobei bei der Frage nach den größten Erfolgen durchaus das Kämpferische aufblitzt. Als der Stadtbus in Gefahr gewesen sei, habe der Stadtseniorenrat die älteren Mitbürger mobilisiert. Als bei einer Informationsveranstaltung die große Betroffenheit deutlich geworden sei, habe die entsprechende Fraktion im Gemeinderat ihren Antrag zurückgezogen.

Viel erreicht in all den Jahren

Aber viel habe eben auch mit Kompromissen, mit Absprachen zu tun gehabt. Die Bürgermeister Meichle und dann Walter hätten die Arbeit immer unterstützt. Und auch im Team sei es wichtig gewesen, die Aufgaben gut zu verteilen. Die Tagungen auf Kreis- und Landesebene, die die Tettnanger teils organisiert hätten, wären ohne eine gute Kooperation ebenfalls nicht möglich gewesen, sagt Dieter Jung mit ausdrücklichem Verweis auf und Dank an die Stiftung Liebenau.

So habe der Stadtseniorenrat viel mit seinen Vorschlägen und Anregungen erreicht, sei es bezüglich der errichteten Sitzbänke in der Region, sei es die Treppe im Freibadbecken oder der Briefkasten am Bärenplatz. Was leider nicht geklappt habe, sei eine öffentliche Toilette im Stadtzentrum. Lobenswert findet er die Bestrebung der Stadt und der Gastronomen, ihre WCs zu öffnen, aber diese seien eben auch mal geschlossen, dann gebe es nichts.

Eine Sache führt Jung allerdings fort: Er organisiert die Bustouren für Senioren auch in Zukunft und wird auch weiter beim Fitnesstraining für Senioren dabei sein.

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