Dieses Projekt bietet Wohnraum für Menschen, die auf dem Wohnungsmarkt keine Chance haben

 Lea Kopittke koordiniert die Wohnraumoffensive „Herein“ in der Region Bodensee-Oberschwaben.
Lea Kopittke koordiniert die Wohnraumoffensive „Herein“ in der Region Bodensee-Oberschwaben. (Foto: Caritas)
Redakteurin

Der Wohnungsmarkt im Bodenseekreis ist seit Jahren extrem angespannt, selbst Normalverdiener haben mitunter Schwierigkeiten, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Fast unmöglich ist das für Menschen mit erschwerten Bedingungen, wie etwa Alleinerziehende, Geflüchtete und Großfamilien. Die Initiative „Herein“ der Caritas Bodensee-Oberschwaben setzt genau dort an: Die kirchliche Wohnraum-Offensive hat sich zum Ziel gesetzt, für Menschen, die sonst auf dem Wohnungsmarkt keine Chance haben, ein Zuhause zu finden. In diesem Jahr ist „Herein“ Teil der SZ-Weihnachtsspendenaktion „Helfen bringt Freude“.

In Tettnang und Meckenbeuren ist das Projekt bereits seit einigen Jahren sehr erfolgreich. Insgesamt konnte „Herein“ in der gesamten Region bereits mehr als 200 Menschen mit Wohnraum versorgen. Die Caritas als Projektträger fungiert dabei als eine Art Vermittler zwischen Vermietern und Mietern. Es werden gezielt Eigentümer von Wohnungen oder Häusern gesucht, die vermieten möchten. Die Caritas übernimmt im Gegenzug sowohl die Vermittlung der Mieter als auch die spätere Betreuung und garantiert außerdem die Miete.

 Für viele Menschen in Raum Tettnang konnte „Herein“ bereits erfolgreich Wohnungen vermitteln. Auch der Somalier Aden Arab war b
Für viele Menschen in Raum Tettnang konnte „Herein“ bereits erfolgreich Wohnungen vermitteln. Auch der Somalier Aden Arab war bereits Teil des Projekts. (Foto: Archiv: Caritas)

Es gibt bei uns viele Menschen, die bereits seit Langem eine passende Wohnung suchen, aufgrund ihrer Einkommens- und Lebenssituation aber Absage um Absage erhalten,

erklärt Lea Kopittke, die das Projekt bei der Caritas koordiniert. Das betreffe zum Beispiel Alleinerziehende, Schwangere und Familien mit mehreren Kindern, erläutert sie. Viele Vermieter hätten Sorge, dass die Abnutzung bei Mietern mit Kindern höher ist und würden deshalb kinderlose Mieter vorziehen. Durch das Projekt „Herein“ haben die Vermieter, und auch die Mieter selbst, immer einen Ansprechpartner, der bei Problemen vermittelt.

Wenn der Wasserhahn tropft

„Wir sind wie eine Schaltzentrale bei allen Fragen rund ums Wohnen“, sagt Lea Kopittke. Mit vielen Mietern stehe sie jede Woche in Kontakt – „sei es, weil der Wasserhahn tropft oder weil die Mieter wissen wollen, wie das mit dem Müll funktioniert“, so Kopittke. Ziel sei es immer, auf lange Sicht ein Direktmietverhältnis zu erreichen. Das sei in Tettnang teilweise auch schon gelungen. „Im Dezember wird es bei einer Wohnung in Tettnang ebenfalls einen Übergang in ein Direktmietverhältnis geben“, freut sich die Projektkoordinatorin.

Dabei sei man ständig bestrebt, neue Vermieter für das Projekt zu gewinnen – was in Tettnang derzeit auch gut funktioniere: „Wir haben dort aktuell vier Wohnungen in Aussicht.“ Die Kooperation mit der Stadt Tettnang laufe hier bereits seit Jahren „Hand in Hand“, so Kopittke.

Auch in Meckenbeuren hat das Projekt bereits Erfolge erzielen können. So seien dort aktuell zwei Wohnungen über „Herein“ angemietet, wodurch eine alleinerziehende Mutter und ein Geflüchteter ein Zuhause gefunden hätten. Auch stehe in Meckenbeuren in Kürze die Verlängerung des Kooperationsvertrags mit der Gemeinde an, kündigt Kopittke an.

Besonders wichtig sei es aus ihrer Sicht, das Thema bezahlbarer Wohnraum immer wieder in den Fokus zu rücken und auch in den Gremiumssitzungen zu behandeln, „damit die Wohnungsnot nicht aus dem Blick der Verantwortlichen in Politik, Verwaltung und Bauwirtschaft gerät“, so Kopittke.

Spendengelder für das Projekt würden gezielt für die Gewinnung von neuem Wohnraum eingesetzt, erklärt sie. Diese würden somit helfen, dass „Herein“ möglichst vielen Menschen aus der Region helfen könne.

 Barbara Koszalinski konnte mit Unterstützung von Lea Kopittke (links) in eine Ein-Zimmer-Wohnung in Obereisenbach einziehen.
Barbara Koszalinski konnte mit Unterstützung von Lea Kopittke (links) in eine Ein-Zimmer-Wohnung in Obereisenbach einziehen. (Foto: Archiv: Caritas)
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