Die Kauer Grundschule hat keine nassen Füße mehr

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 Der Trinkwasserbrunnen zur Schulhofseite hin hängt derzeit quasi in der Luft.
Der Trinkwasserbrunnen zur Schulhofseite hin hängt derzeit quasi in der Luft. (Foto: Angela Schneider)
Angela Schneider

Die Grundmauern der Kauer Grundschule sind freigelegt, bald geht es mit der gartenseitigen Steinmauer weiter. „Wir sind im Zeitplan“, sagt Architektin Dagmar Lorentz. Die Roh- und Erdbauarbeiten der Schulsanierung hatten in den Sommerferien begonnen: Zunächst hatte die ausführende Firma außen am Gebäude nach unten gegraben und die nassen Kellerwände freigelegt. Sämtliche Leitungen in den Kellerräumen wurden zurückgebaut, um sie später neu verlegen zu können. Neue Drainagen, die das Regen- und Grundwasser vom Gebäude wegleiten sollen, wurden verlegt. Die Kellerwände bekamen einen zweischichtigen Anstrich zur Abdichtung, „wie eine Badewanne“, erläutert Dagmar Lorentz. Neue Regenleitungen und -schächte wurden eingebaut. Auf der Gartenseite sollen nun die Bauarbeiten für ein dreistufiges Atrium aus Natursteinen beginnen, um das Gelände zu terrassieren und so das Wasser wegzuhalten. „Aber die Kinder bekommen so auch einen schönen Pausenbereich. Wir wollten ja nicht nur die Mängel beseitigen, sondern auch einen Mehrwert schaffen“, gibt Dagmar Lorentz Einblick in die Planung.

Grund für die Sanierungsarbeiten, deren Gesamtkosten aktuell mit rund einer Million Euro geschätzt werden, war der nasse Keller des Gebäudes. Erbaut wurde das Schulhaus 1956. „Heute würde man das ganz anders planen“, sagt Architektin Lorentz. Die Schule stand quasi im Wasser. Drainagen von damals funktionierten nicht mehr. Tonrohre, damals beim Bau üblich, waren zerbrochen. Die Folge: Das Wasser lief irgendwohin. 1993 bekam die Zwergschule einen Anbau. Die Leitungen unter diesem Gebäudeteil immerhin seien in gutem Zustand, so Lorentz. Die Gesamtkosten hatten im Sommer im Gemeinderat zu Diskussionen geführt

Für die Kauer Kinder laufen die Bauarbeiten laut Schulleiter Martin Kaufmann nach anfänglichem Interesse nun nebenher. Einschränkungen durch Lärm seien kein Thema. „Die Abstimmung mit uns funktioniert gut“, berichtet Kaufmann. Besonders laute Arbeiten würden dann erledigt, wenn keine Schule sei. Natürlich würden der Technikraum und die Küche, beide im Keller, fehlen. Der Unterricht in Werken, zum Beispiel mit Holzarbeiten, müsse eben später nachgeholt werden. Auch die Arbeitsgemeinschaft Töpfern könne derzeit nicht stattfinden, weil der Brennofen im Keller ist. „Aber wir sind froh, dass das nun endlich gemacht wird und freuen uns, wenn alles fertig ist“, ergänzt Kaufmann.

Laut Andreas Leibbach vom Hochbauamt der Stadt Tettnang gab es bisher keine Überraschungen, die Arbeiten seien im Zeit- und Kostenplan. Passende Witterung vorausgesetzt, wolle man mit den Außenarbeiten noch dieses Jahr weitgehend fertig werden. „Das Gebäude dicht zu bekommen, hat jetzt Priorität“, sagt Leibbach. Parallel liefen bereits auch schon die Ausschreibungen für den Innenausbau und die Fenster. „Die Räume sollen so schnell wie möglich wieder nutzbar werden“, erklärt Andreas Leibbach.

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