Diakonie freut sich über „Perle“ in der Weinstraße

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 Sind begeistert von dem Neubau (von links): Norbert Kiwatsch, Lars Kehling und Dirk Mußmann (Vorstände Diakonie Pfingstweid), H
Sind begeistert von dem Neubau (von links): Norbert Kiwatsch, Lars Kehling und Dirk Mußmann (Vorstände Diakonie Pfingstweid), Heidi Jacknau, Alfred Wahl, Beate Lemp, Daniel Grad, Jürgen Kegelmann, Peter Hauswald, Werner Müller-Bay und Siegfried Mast. (Foto: diakonie)
Schwäbische Zeitung

Die Mitgliederversammlung und der Verwaltungsrat des Trägervereins Diakonie Pfingstweid haben vor ihrer Sitzung am Donnerstagabend unter Führung ihres Vorsitzenden Dekan i.R. Werner Müller-Bay den Rohbau des gemeindeintegrierten Wohnhauses für 17 Menschen mit Behinderung in der Weinstraße 5 inspiziert, wie die Diakonie mitteilt. Dabei betonte Müller-Bay: „Mit diesem neuen Domizil verwirklichen wir als Diakonie Pfingstweid unser Verständnis von Inklusion.“

Der bei der Diakonie Pfingstweid für Strategie und Entwicklung zuständige Robin Waltner führte die Mitglieder durch die drei Stockwerke, von denen die künftigen Bewohner den Blick auf das Schloss Montfort, die Berge und den Bodensee haben werden. Bezogen werden kann das dreistöckige Haus im November. Müller-Bay freut sich, dass die Pfingstweid mit dem Haus mitten in Tettnang angekommen ist und die Bewohner als Teil der Stadt künftig neue Beziehungsgeflechte erleben. Dies alles verbunden mit dem Charme, nicht weit weg von Pfingstweid zu sein und die bisherigen Freunde besuchen zu können. Müller-Bays Dank galt den Nachbarn, die keinerlei Berührungsängste gegenüber den neuen Bewohnern gezeigt hätten, wie es in der Pressemitteilung heißt. In der anschließenden Mitgliederversammlung zeigte sich auch Vorstandsmitglied Lars Kehling glücklich über die Entscheidung, das ehemalige Hotel Garni gekauft, abgerissen und bebaut zu haben. „Gott sei Dank haben wir das durchgezogen“, sagte er. Werner Müller-Bay dankte Kehling und dessen Vorstandskollegen Dirk Mußmann für die Unterstützung hin zu dieser nicht einfachen, aber richtigen Entscheidung. Kehling blickte noch einmal zurück ins Jahr 2011, als man einen Mietvertrag unterschrieben hat und ins Jahr 2012, als man zur Erkenntnis gelangt war, dass mit dem ehemaligen Garni nichts anzufangen sei. Man kaufte das marode Hotel, bestellte die Abrissbirne und baute eine „Perle“ in die Weinstraße. Die „Exit-Strategie“, so der Vorstand, hat sich als richtig erwiesen, „der Verwaltungsrat hat Vorbildliches geleistet und große Weitsicht bewiesen“. In der Weinstraße habe man in fußläufiger Nähe alles was man brauche und verliere die Kontakte nach Pfingstweid nicht.

In einem Rückblick streifte Lars Kehling den aufgewerteten Erlebnisgarten an der Hegenenstraße, der vorher eine Wiese war und jetzt ein beliebter Förder- und Betreuungsbereich geworden ist, für dessen Neugestaltung man eigentlich keinen Cent Fördermittel erhalten hatte. Azubis von IFM Electronic, Gartengestalter, Schüler und viele Helfer aus der Diakonie packten an, waren kreativ und sorgten dafür, fast ausschließlich mit karitativen Drittmitteln diesen Garten zu gestalten.

Pflege ist das Thema der Zukunft

Darüber hinaus stellte Kehling den Diakonie-Masterplan für eine Bebauung bis 2030 in Pfingstweid vor. Die Quartiersplanung steht, mit der Stadt finden gute Gespräche statt und schon dieses Jahr wollte man mit dem Bau von zwei pflegegerechten Häusern beginnen. Doch es gab plötzlich keine Fördermittel mehr und die neuen Förderrichtlinien sehen keine Förderung mehr vor. Eine Re-Finanzierung gibt es nur über die Belegung. Gleichwohl will die Diakonie „den Kopf nicht in den Sand stecken“, wie sich Kehling Mut machte. Man werde sich dem Thema „Pflege“ stellen, denn das sei das Thema der Zukunft.

In der Diskussion wurde an den Jahrestag „30 Jahre Lebenshilfe“ in der Friedrichshafener Paulinenstraße erinnert. Während heute alle über Inklusion redeten, habe man dort damals schon gemeinsames Wohnen vor Ort eingeführt. Die Kommunen befänden sich bei dem Thema „brutal in der Pflicht“ - und Baden-Württemberg laufe der Entwicklung hinterher, wurde bemerkt.

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