Der Tettnanger Pfarrer Rudolf Hagmann ist zum 40. Mal in Israel auf Pilgerreise

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 Für Rudolf Hagmann ist die Wüste ein Kraftort. Dieses Bild zeigt ihn im Negev, den er zuletzt mit einer Männergruppe bereist ha
Für Rudolf Hagmann ist die Wüste ein Kraftort. Dieses Bild zeigt ihn im Negev, den er zuletzt mit einer Männergruppe bereist hat und den auch die Tettnanger Pilgergruppe nun zwei Tage besucht. (Foto: Hagmann)
Angela Schneider

Bereits zum dritten Mal ist Pfarrer Rudolf Hagmann mit einer Tettnanger Gruppe zu einer Pilgerreise nach Israel aufgebrochen, von Tettnang geht es über München zunächst nach Tel Aviv und dann gleich zwei Tage in die Wüste. 41 Teilnehmer sind dieses Mal dabei. Mit der Schwäbischen Zeitung hat sich der katholische Geistliche kurz vor dem Reisestart über die Bedeutung des Pilgerns unterhalten.

Warum gleich zwei Tage in die Wüste? „Die Wüste ist sozusagen der Anfang der Geschichte“, erklärt Rudolf Hagmann. Auf dem zehntägigen Programm stehen dann Jerusalem, Bethlehem und Galiläa mit dem See Genezareth samt aller heiligen und wichtigen Stätten. „Das ist die Basis für die Verkündigung Jesu“, so der Pfarrer. Doch die Reise bietet auch einen fundierten Überblick über das Land, seine Politik und Geschichte. Hagmann selbst ist nun zum 40. Mal in Israel, war dort mit Gruppen oder auch privat.

Die meisten Gruppenreisen werden über die Pilgerstelle der Diözese organisiert, so war Rudolf Hagmann zuletzt mit einer Männergruppe fünf Tage in der Negev-Wüste im Süden des Landes. Seine erste Israelreise hat Hagmann 1990 unternommen, um ein faszinierendes Land mit seinen biblischen Stätten kennenzulernen und um über diesen Weg Impulse für den eigenen Glauben zu bekommen. „Auch politisch gesehen ist die Region spannend“, erzählt der Pfarrer. Für seine Reisen hat er noch eine Motivation: „Ich versuche auch, zu Christen in Palästina Kontakt zu halten und sie zu unterstützen, das ist ein entscheidender Grund.“

Immer wieder aber geht es um Glaubenserfahrungen, um Impulse für den eigenen und individuellen Glaubensweg. „Jede Reise ist eine Unterbrechung des Alltäglichen und dessen, was uns gefangen hält“, sagt Rudolf Hagmann. „Im Weggehen bekomme ich Raum, in dem ich nach den Wurzeln meines Glaubens fragen“, führt er aus.

In der Unterbrechung des Alltags, im Schaffen eines Freiraums, liege der größte Gewinn einer Pilgerreise. Am See Genezareth das Evangelium zu lesen, sei eine sehr stärkende Erfahrung. Sozusagen komplett werden die Reiseeindrücke auch durch das Erleben: „Es gehört alles dazu. Licht und Geräusche, Gerüche, Essen und Trinken“, erzählt Pfarrer Hagmann. Nicht nur die intellektuelle Auseinandersetzung biete Anknüpfungspunkte für den Glaubensweg, sondern auch die sinnliche und leibhaftige Erfahrung. „Wichtig ist auch die Gemeinschaftserfahrung“, so Hagmann. Die Gruppe schütze und biete Chancen, Beziehungen zu erleben und zu stärken.

Das Pilgern an sich sei einfach auch ein guter Weg, um sich zu besinnen und um zu sich selbst zu kommen. „In der Pilgertradition geht es aber eben nicht um die Selbstfindung, sondern auch um den Weg zu Gott. Es tut einem gut, es macht freier, es bringt einen über sich selbst hinaus“, beschreibt Hagmann seine Erfahrungen. Und auch wenn eine Reise als Leiter einer so großen Gruppe wie in Israel kein Urlaub sei, Pilgern an sich seine Form der Erholung. „Mir tut es an Leib und Seele gut“, schließt Pfarrer Hagmann.

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