Der Stolz über ein 2:7

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Tettnangs Sandra Trautwein (re.) gegen eine Alberweilerin.
Tettnangs Sandra Trautwein (re.) gegen eine Alberweilerin. (Foto: Repetz)
Fabian Repetz

Nach dem 2:7 (0:2) im Halbfinale des wfv-Pokals der Fußballerinnen des TSV Tettnang gegen den SV Alberweiler hielt die Trauer über das Ausscheiden bei den Tettnangerinnen nicht lange an. Zu Recht – schließlich bot die TSV-Elf nicht nur eine sehenswerte Partie gegen ein höherklassiges Team, sondern demonstrierte auch in vielen Spielszenen, was eine Mannschaft mit Engagement, Leidenschaft und Wille ausrichten kann.

Traurige Mienen gab es aber unmittelbar nach Abpfiff natürlich unter den Tettnangerinnen. Die Alberweilerinnen klatschten sich ab. Pure Freude und emotionsgeladene „Finale“-Schreie blieben jedoch aus. Alberweilers Trainerin Chantal Bachtele ermahnte ihre Spielerinnen, sogar: „Hey, ihr dürft euch jetzt auch mal so richtig freuen, ihr steht im Finale!“, sagte sie im Spielerinnenkreis. „Wir sind insgesamt wirklich zufrieden, haben spielerisch überzeugt. Aber die zwei Gegentore ärgern mich schon ein wenig und auch vorne hätten wir zwei bis drei Tore mehr machen müssen“, sagte sie der „Schwäbischen Zeitung“.

Tettnangs Torschützin zum 1:3, Lea Brinz, zeigte sich nach dem Spiel trotz sieben Gegentreffern nicht beeindruckt von der Leistung der Gegnerinnen: „Meiner Meinung nach spiegelt das Ergebnis nicht das wider, was wir geleistet haben. Wir haben kämpferisch und läuferisch ein sehr starkes Spiel gemacht – und da sind wir stolz darauf. Da wäre sicher mehr drin gewesen, hätten wir die Chancen in der ersten Halbzeit auch genutzt. Klar hat am Ende die Power gefehlt in der sehr laufintensiven Partie.“

Diese Einschätzung teilte auch das Trainerduo Alex Haag und Andreas Konrad: „Die ersten 35 Minuten waren wir die klar bessere Mannschaft und haben den Druck aufgebaut. Wir haben aus dem Kader jeden Tropfen Engagement und Kampfbereitschaft herausgeholt – das war sensationell. Schade für die Mädels, dass es am Ende so hoch ausging“, sagte Alex Haag. „Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen – sie haben heute einen großartigen Willen demonstriert“, fand auch Andreas Konrad.

Trotz des Scheiterns im Pokal kann der TSV also auch etwas Positives mitnehmen und sich auf das Saisonfinale in der Oberliga konzentrieren. Denn schon am Sonntag ist der SSV Waghäusel zu Gast beim TSV. „Das ist das allerwichtigste Spiel für uns. Wir müssen hoch konzentriert an diese Aufgabe herangehen, aber wenn die Mannschaft die gleiche Leistungsbereitschaft zeigt wie heute, dann brennt nichts an“, sagt Konrad.

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