Der Stoff, aus dem fast alles besteht

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Mit sogenannten Morsbags wollen (von links) Kurt Metzger, Frank Jonat und Susanne Metzger vom Tettnanger Arbeitskreis „regional
Mit sogenannten Morsbags wollen (von links) Kurt Metzger, Frank Jonat und Susanne Metzger vom Tettnanger Arbeitskreis „regional und fair“ eine Alternative zu umweltschädlichen Plastiktüten bieten.
Schwäbische Zeitung
crossmedia Volontärin

Im Supermarkt, im Badezimmer, sogar im Kleiderschrank findet man es – in sämtlichen Bereichen des Lebens kommt man heutzutage mit Plastik in Berührung. Weil der hohe Konsum des bunten Allzweck-Materials nicht nur nützliche Aspekte mit sich bringt, sondern beispielsweise auch gesundheitliche Risiken birgt und zur Müllverschmutzung der Meere beiträgt, hat es sich der Tettnanger Arbeitskreis „regional und fair“ zur Aufgabe gemacht, mehr Menschen für das Thema zu sensibilisieren. Im Zuge einer Filmreihe unter dem Motto „Wohin steuern wir unsere Erde?“ sind am Donnerstagabend zahlreiche Zuschauer im nahezu voll besetzten KiTT mit dem Dokumentarfilm „Plastic Planet“ dem beliebten Material auf den Grund gegangen.

„Wir wollen die Leute einfach auf das Ganze aufmerksam machen und vielleicht zum Nachdenken anregen“, erklärt Kurt Metzger vom Tettnanger Arbeitskreis „regional und fair“ und fügt hinzu: „Glücklicherweise ist das ein Thema, das immer mehr aufkommt und hinterfragt wird.“

Nachdem die ersten beiden Filme der Themenreihe sich bereits mit der Herstellung von Lebensmitteln beschäftigten, drehte sich im dritten und letzten Teil alles um die Verpackung. „Versuchen Sie doch einfach mal, eine Woche lang kein Plastik einzukaufen – Sie werden bald merken, dass Sie dabei sehr schnell an Ihre Grenzen stoßen“, fordert Kurt Metzger die Zuschauer auf. Ein Leben gänzlich ohne Plastik scheint nahezu unmöglich, doch für ihn zählt zunächst auch jeder kleine Schritt: „Es geht erst einmal darum, die Menge zu reduzieren, damit kann man schon viel erreichen“, so Metzger.

Nachhaltigere Alternativen

Der Film selbst nimmt die Zuschauer mit in Chemielabore der USA, Erdölraffinerien, Kunststoffkonzerne in Österreich, chinesische Fabriken oder auch ins Behandlungszimmer eines plastischen Chirurgs und beleuchtet damit nicht nur, wie allgegenwärtig und vielseitig einsetzbar Plastik heutzutage ist, sondern klärt beispielsweise auch über gesundheitsschädliche Stoffe auf, die aus Kunststoffen austreten können. Bilder einer Mülldeponie in Indien oder eines von Plastikmüll übersäten Strandes in Japan machen zudem die enorme Umweltbelastung deutlich, die durch die kaum abbaubaren Abfälle entstehen.

Nachhaltigere Alternativen stellen beispielsweise Materialien aus Zuckerrohr-Abfällen dar. Eine weitaus simplere Methode, seinen Plastikkonsum deutlich zu reduzieren, ist das Ersetzen von Plastiktüten durch Einkaufstaschen aus Stoff. Auch der Arbeitskreis „regional und fair“ hat sich deshalb etwas Besonderes einfallen lassen und unterstützt die Aktion „Morsbags“. Die bunten, selbstgenähten Taschen sind dabei nicht nur stabil und praktisch, sondern schenken beispielsweise auch alten Vorhängen, Bettbezügen oder Tischdecken ein „zweites Leben“.

Wer wollte, konnte sich gegen eine kleine Spende direkt im Anschluss an den Film aus einer Vielzahl unterschiedlicher Modelle seinen neuen Einkaufsbegleiter auswählen. Und „Wer lieber selbst zur Nähmaschine greift, kann am 9. März ab 18 Uhr im Josefine-Kramer-Haus bei unserem Nähabend seine ganz individuelle Morsbag fertigen“, lud Kurt Metzger die Anwesenden nach dem Filmbeitrag zum Abschluss ein.

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