Der alte Philip kann’s immer noch

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Die Voltigierer aus Krumbach mit Philip.
Die Voltigierer aus Krumbach mit Philip. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung

Vor der Meisterschaft des Pferdesportkreises Oberschwaben in Isny machte sich in Krumbachs Reithalle Ernüchterung breit: Soccaron, das neue Voltigierpferd des M-Teams war noch nicht bereit, die hohen Anforderungen der Leistungsklasse M zu tragen. Um dem Youngster, der aktuell noch in der Ausbildung steht, nicht den Spaß am Voltigierpferdeleben zu verderben und ihn mit einem Turnierstart zu überfordern, beschlossen die Trainer, ihm die Zeit zu geben, die er benötigt.

Um der Gruppe aber dennoch die Teilnahme am Turnier zu ermöglichen, wurde auf Einzel- und Doppelpferd Philip geprobt. Der 20-jährige Wallach durfte im vergangenen Jahr seinen Ausstieg aus dem Gruppensport genießen und sich allmählich auf den wohlverdienten Ruhestand vorbereiten. Lange Zeit war er sowohl als Einzel- wie auch als Gruppenpferd eingesetzt und meisterte diese Aufgabe stets mit Bravour, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Ohne jegliche Erwartungen, machte sich die neu zusammengestellte M-Gruppe auf nach Isny. Zuverlässig wie eh und je drehte Philip seine Runden und verhalf den Voltigiererinnen zu einem ersten Platz und damit zum Gewinn der PSK-Meisterschaft.

Die Plätze 1, 3 und 5 im Einzelvoltigieren der Damen für Coralie Sauter, Rike Grabherr und Celine Fröhlich rundeten das erfolgreiche Wochenende ab. In zwei Wochen steht noch die württembergische Meisterschaft als Abschlussturnier in Ilsfeld bei Heilbronn an.

Krumbachs zweite Turniergruppe konnte die Saison bereits gelungen beenden. In Isny erreichten die Voltigierer den ersten Platz im Wettbewerb der A-Gruppen. Dem Team gelang sogar der Aufstieg in die Leistungsklasse L. Für das Wintertraining bedeutet dies nun für die frischgebackene L-Gruppe, die neuen Pflichtübungen zu trainieren. Unter anderem wird das freie Stehen auf dem galoppierenden Pferd verlangt.

Ebenso ändert sich an der Kür in der neuen Leistungsklasse einiges. Bisher konnte der maximale Schwierigkeitsgrad von 10,0 durch das Zeigen sogenannter Pflichtkürelemente erreicht werden. In der Kategorie L gibt es diese nicht mehr und der Schwierigkeitsgrad wird durch die 20 anspruchsvollsten Übungen, welche die Gruppe in Ihrer Kür zeigen kann, ermittelt.

Auch die Gestaltungsnote erfährt nun mehr Wert. Ging es hier bisher größtenteils um den harmonischen Bewegungsfluss auf dem Pferd, werden nun Souveränität und Leichtigkeit, sowie Kreativität im Kürverlauf gefordert. Übungen, mit bis zu drei Voltigierern auf dem Pferd, in verschiedenen Höhen- und Bewegungsrichtungen sollen gezeigt werden. Das Krumbacher Voltigierlager ist glücklich, dass die Saison erfolgreich und vor allem bisher unfallfrei dem Ende zugeht, heißt es in einer Pressemitteilung.

Als Einstieg ins Wintertraining stehen nun Longier- und Voltigierlehrgänge an, Abzeichenprüfungen werden vorbereitet und der PSK-Ball mit Meisterschaftsehrung freudig erwartet.

Eine weitere große Aufgabe ist die Ausbildung der neuen Pferde, die behutsam an den Leistungssport herangeführt werden müssen – damit sie irgendwann auch so zuverlässig sind wie der alte Philip.

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