Den Menschenrechten auf der Spur

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Welche Menschenrechte ihnen wichtig sind, will Lehrerin Anja Nebel (zweite von links) von den Siebtklässlern beim Thementag wis
Welche Menschenrechte ihnen wichtig sind, will Lehrerin Anja Nebel (zweite von links) von den Siebtklässlern beim Thementag wissen. (Foto: Linda Egger)
Linda Egger

„Rechte, die man hat, einfach weil man ein Mensch ist“ und: „Alle reden darüber, aber keiner kennt sie“ – so hat ein kurzer Film die Menschenrechte umschrieben, der am Montag den Unterricht der Klasse 7b am Montfort-Gymnasium ergänzt hat.

Normalerweise hätte an diesem Morgen eine Mathe-Doppelstunde auf dem Stundenplan gestanden. Anstelle von Formeln und Zahlen füllten jedoch kleine gelbe Zettel mit den 30 Artikeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte die Tafel im Klassenzimmer. Anlässlich des Tags der Menschenrechte, der alljährlich am 10. Dezember begangen wird, fand ein Thementag an der Schule statt, bei dem alle Klassenstufen sich näher mit der Thematik auseinandersetzten. „Wenn ihr einen Staat aufbauen würdet, was wären für euch die wichtigsten Menschenrechte?“, wollte Lehrerin Anja Nebel zunächst von den Schülern wissen.

Lebendige Diskussion

Die gingen der Frage in Gruppen auf den Grund – heraus kamen dabei die unterschiedlichsten Ergebnisse. Leckeres Essen in der Mensa, spezielle Rechte für Kinder oder das Verbot von Rauchen und Drogen lauteten etwa einige der Vorschläge. Andere erachteten das Recht auf ein kriegs- und waffenfreies Leben, auf Schulbildung oder ein demokratisches Verwaltungssystem für besonders wichtig. Ein Vergleich mit den Inhalten der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zeigte, dass sich viele der Schülerbeiträge darin wiederfinden ließen.

Beim Blick auf die aktuelle politische Situation in vielen Teilen der Welt gerieten manche der Schüler ins Nachdenken. „Oft werden diese Menschenrechte aber heute gar nicht beachtet“, stellte Matthias fest und nannte Syrien, Nordkorea oder China als Beispiele. Und manchmal seien Verletzungen der Menschenrechte auch gar nicht so weit entfernt, machte Klara deutlich, die anmerkte, dass es häufig Ungleichheiten bei der Bezahlung gebe, wie beispielsweise zwischen Männern und Frauen.

Gleichberechtigung und -behandlung stellen eine wichtige Basis des Zusammenlebens dar und sind deshalb als zentrale Punkte in den Menschenrechten verankert, wurde bei der weiteren Diskussion in der Schulstunde deutlich. Ist es richtig, dunkelhäutige Menschen speziell zu benennen oder Ausländer anders zu behandeln als Einheimische, waren Themen, die dabei aufkamen. „Eigentlich sind wir fast überall auf der Welt Ausländer“, sagte Klara, deswegen sei es auch falsch, etwas gegen Ausländer zu haben. Ihre Ergebnisse fassten die Siebtklässler am Ende des intensiven Menschenrechts-Unterrichts auf Plakaten zusammen.

Auch bei den „älteren“ Schülern ab Klasse zehn ging es am Montag um Menschenrechte. Ein Sprecher von amnesty international brachte ihnen das Thema in einem Vortrag näher. Noch die ganze Woche hält das Thema Einzug in den Unterricht am MGTT, neben einem Kinonachmittag unter anderem auch in Form eines gemeinsamen Kunstwerks.

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