Den Blick öffnen für andere

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Eine Videokonferenz mit der Tettnanger Integrationsbeauftragten Brigitte Ganzmann hat der Grüne Ortsverband organisiert.
Eine Videokonferenz mit der Tettnanger Integrationsbeauftragten Brigitte Ganzmann hat der Grüne Ortsverband organisiert. (Foto: Grüne/Ortsverband Tettnang)
Schwäbische Zeitung

Welche Ideen gibt es beim Thema Integration für die Zukunft? Benötigen ausschließlich Geflüchtete Hilfe? Oder würden andere Zugewanderte, die keinen deutschen Pass besitzen, auch von einer Unterstützung profitieren? Diese Themen wurden laut einer Pressemitteilung von Brigitte Ganzmann, der Integrationsbeauftragten der Stadt Tettnang, bei der Ortsverbandssitzung der Grünen zur Diskussion gestellt.

Die Tettnanger Grünen hatten Brigitte Ganzmann und Partei-Mitglieder laut Mitteilung zu einer Videokonferenz eingeladen. Ganzmann ist seit 2016 für die Stadt Tettnang tätig. Seit 2017 bestehe zudem in Baden-Württemberg der „Pakt für Integration“, schreiben die Grünen. Kernstück der finanziellen Unterstützung durch das Sozialministerium sei die flächendeckende Gewährleistung einer sozialen Beratung und Begleitung von zu uns Geflüchteten auch in der Anschlussunterbringung. Zwei Stellen seien darüber unter dem Dach der „Johanniter“ finanziert.

Rund 5000 Menschen mit Migrationsgeschichte aus 95 Ländern leben laut der Pressemitteilung der Grünen in Tettnang, 265 Menschen, die in den letzten 5 Jahren hier ankamen, haben demnach einen Fluchthintergrund. Wenn von professioneller und ehrenamtlicher Beratung und Begleitung gesprochen werde, liege der Fokus immer bei Geflüchteten. „Doch was ist mit anderen Menschen, die zum Teil kürzer oder länger hier leben und keinen deutschen Pass haben?,” fragt sich Brigitte Ganzmann. Was sind ihre Probleme? Benötigen Kinder eine Sprachförderung, brauchen Frauen besondere Hilfe, wie kommen Zugewanderte auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt zurecht? Leider gebe es bislang wenig bis keine Kontakte und auch einsehbares statistisches Material über die Lage fehle.

„Wir sind die Aufnahmegesellschaft und müssen hinschauen, wie andere mitten unter uns leben,” sagt Brigitte Ganzmann gemäß der Mitteilung. „Es ist ein Annäherungsprozess für beide Seiten und er beugt ausgrenzenden, rassistischen Tendenzen in unserer Kommune vor.” Diskutiert wurde auf der grünen Versammlung demnach, welche Aspekte damit verbunden sind. So könne bei Menschen mit ausländischen Wurzeln die Meinung entstehen: „Lange hat sich kein Mensch für mich und meine Biografie interessiert – und plötzlich nach 10 bis 20 Jahren werde ich entdeckt?“ Auch wurde kritisch gefragt, ob extra Veranstaltungen, also der spezielle Blick auf Migranten nicht eher zu einer Trennung der verschiedenen Menschen führen würde. Mit solchen Veranstaltungen würden diese natürlich eher sichtbar, aber Integration müsse im Alltag stattfinden. Zustimmung bekommt Brigitte Ganzmann laut Mitteilung von den Grünen, dass eine Ungleichbehandlung der Menschen nicht akzeptabel sei.

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