Chaotische Billard-Theorie überzeugt

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Hochschulrektor Professor Thomas Spägele (rechts) überreicht Theresa Bonenberger (Mitte) die Urkunde zum „Scientific Award“ und
Hochschulrektor Professor Thomas Spägele (rechts) überreicht Theresa Bonenberger (Mitte) die Urkunde zum „Scientific Award“ und spricht mit Professor Jörg Baumgart (links) seine Glückwünsche aus. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung

Die gebürtige Tettnangerin Theresa Bonenberger ist mit dem „Scientific Award“ der Hochschule Ravensburg-Weingarten ausgezeichnet worden. Den mit 1000 Euro dotierten Preis hat sie für ihre Doktorarbeit über „LED-Farbmischung mit chaotischen Lichtleitern“ erhalten. Hochschulrektor Professor Thomas Spägele überreichte ihr feierlich die Urkunde und sprach seine Glückwünsche aus.

Licht kann die Stimmung in einem Raum ganz wesentlich beeinflussen, etwa bei einem romantischen Candlelight-Dinner oder durch die kaltweiße Beleuchtung beim Zahnarzt. Licht kann aber auch eine therapeutische Wirkung haben und sich heilend auf den Menschen auswirken, beispielsweise in der Lichttherapie, die bei Depressionen eingesetzt wird, wie die Hochschule mitteilt. Mit konventionellen Leuchtmitteln seien diese Wirkungen nur schwer zu erreichen. Leuchtdioden (LEDs) haben das Potential, solche Anwendungen auch für zu Hause zu ermöglichen. Jedes der genannten Szenarien erfordert schönes und vollständig durchmischtes Licht. Bisher können dabei unerwünschte Nebenwirkungen entstehen, etwa Farbschatten oder Farbränder.

In ihrer Dissertation hat Theresa Bonenberger einen innovativen Ansatz zur Durchmischung des Lichtes verschiedenfarbiger LEDs entwickelt. Zur vollkommenen Durchmischung der unterschiedlichen Wellenlängen hat sie in ihrer Doktorarbeit die Theorie des „deterministisch chaotischen Billards“ angewandt. Dabei wird eine effiziente Durchmischung des Lichts ohne Farbränder durch eine spezifische Formgebung der verwendeten Lichtleiter erreicht.

Sie hat – vereinfacht gesagt – Strukturen entwickelt, bei denen sich Lichtstrahlen wie Billardkugeln verhalten und damit chaotisch reagieren, wenn sie getroffen werden. Ihre Doktorarbeit hat sie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in Zusammenarbeit mit der Hochschule Ravensburg-Weingarten eingereicht. „Ich fühle mich sehr geehrt, den Preis zu bekommen“, sagt Preisträgerin Theresa Bonenberger. „Die Hochschule hat mir alles Wissen mitgegeben, was ich für meine Forschung benötigt habe.“

Theresa Bonenberger hat ihre Karriere an der Hochschule Ravensburg-Weingarten gestartet. 2010 hat sie ihren Bachelor im Studiengang „Physikalische Technik“ abgeschlossen, 2011 war sie mit dem Masterstudium in „Optischer Systemtechnik“ fertig. Bis Anfang 2016 war sie als akademische Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „LED-OASYS“ beschäftigt. Dabei hat sie innovative und besonders energieeffiziente Leuchten entwickelt, die Besucher aus der ganzen Welt im Showroom „Siluet“ an der Hochschule besichtigen und sich dabei über die LED-Technologie informieren konnten. Mittlerweile arbeitet Bonenberger als Optical Alignment Ingenieurin bei Airbus Defence and Space in Immenstaad.

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