Bis aus den USA kommen Teilnehmer am 29. Tettnanger Silvesterlauf

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Gleich geht es los: Beim 29. Tettnanger Silvesterlauf schreckt das Wetter nicht.
Gleich geht es los: Beim 29. Tettnanger Silvesterlauf schreckt das Wetter nicht. (Foto: Fotos: Annette Rösler)
Annette Rösler

Der 29. Silvesterlauf im Tettnanger Wald hat trotz Feuchtigkeit von oben und Matsch von unten zahlreiche Sportler aus dem Bodenseeraum, weiteren Regionen Deutschlands sowie aus dem benachbarten Ausland und gar aus USA angelockt. An dem beliebten Event zum Jahresschluss nahmen 1322 Läufer teil, 2017 waren es, bei fast frühlingshaften Temperaturen, 1763. „Dass es weniger Teilnehmer sind, liegt nicht nur am Wetter sondern auch daran, dass der Montag für viele noch ein Arbeitstag ist“, vermutete Siegfried Brugger, Leiter der Abteilung Freizeitsport, „wir sind aber trotzdem sehr zufrieden“.

Nach Begrüßungsworten an die Teilnehmer und einem Dank an die Organisatoren, Helfer und die Sponsoren Volksbank und Kreissparkasse, gab Bürgermeister Bruno Walter Punkt 12 Uhr den Startschuss ab, und zügig ging es los. Durchtrainiert und sportlich schnell, in Gruppen, wandernd, mit Kinderwagen, mit Hund oder eher gemütlich mit Regenschirm wurde gestartet. Die Läufer aller Altersgruppen verteilten sich auf die vier Strecken mit 2100, 4800, 6500 und 10 100 Meter. „Langsam Kinder, sonst ist das Pulver gleich verschossen“, mahnte eine Mutter ihre Kinder, die einen Schnellstart hinlegten. Die Besonderheit beim Silvesterlauf ist, dass es keine Zeitmessung gibt, jeder kann sein Tempo selbst bestimmen, es zählen die zurückgelegten Kilometer. Jeder Teilnehmer erhält eine Laufkarte, die auf der gewählten Strecke abgestempelt wird, warmen Tee gibt es kostenlos und zum Schluss eine Urkunde.

Bei einer kleinen Pause an einer Stempelstation erzählte das Ehepaar Schwarzenbacher aus Tettnang, dass sie schon seit 28 Jahren mit viel Spaß dabei seien. Auch zwei Familien mit insgesamt fünf Kindern im Alter von sieben bis zehn Jahren liefen je nach Kondition auf verschiedenen Strecken mit. Man traf auf der Route viele Jugendliche, die sichtlich Freude an der Bewegung in der frischen Waldluft zeigten und die teilweise sehr sportlich unterwegs waren. Am Schäferhofparkplatz hatten die Helfer alle Hände voll zu tun, die über 200 Karten mit den Namen der Kinder an den Ballons zu befestigen, die für den Ballonwettbewerb in die Luft entlassen wurden. Die ersten fünf Gewinner erhalten einen Geldpreis.

Erschöpft, aber in bester Stimmung trafen sich die Sportler auf dem Wanderparkplatz zum Erfahrungsaustausch bei Getränken, Saitenwürstchen, Leberkäswecken und dem umfangreichen, selbst gebackenen Kuchenangebot der Frauen der TSV-Freizeitabteilung. Jochen und Andreas aus Kressbronn meinten: „Wir müssen einfach jedes Jahr dabei sein. Es ist eine tolle Tradition, und die Luft war heute besonders gut, eine klasse Strecke, sensationelle Atmosphäre.“ Sarah, zwar verschwitzt, aber total frisch aussehend, die insgesamt 10 700 Meter zum Teil „gespurtet“ ist, strahlte: „Es war einfach nur herrlich, die frische Luft, die Bewegung, und ich bin stolz auf meine Leistung“.

Für einen reibungslosen Ablauf sorgen viele fleißige Hände des TSV Freizeitsports. Die „Startstempler“ Konrad Bergler und Albert Weber gaben einen Einblick, was so alles dazugehört: „Bis wir heute Abend wieder alles abgebaut und aufgeräumt haben, vergehen noch viele Stunden.“ Auch die Auswertung der Laufkarten und Erstellung der Statistik wird vom Auswertteam gemeinsam mit Karl-Heinz Kort bewältigt.

BLICK:

Gewohnt spannend und aufschlussreich liest sich die Statistik zum Lauf. Wetterbedingt hat der 29. Silvesterlauf nicht an die Rekordbeteiligung des Vorjahrs herangereicht. 1322 Läufer (2017: 1763) sind gestartet. Davon waren 183 (194) Jugendliche bis 14 Jahre. Teilnehmer am Luftballonwettbewerb gab es sogar über 200.

Die vier Strecken (2100, 4800, 6500 und 10 100 Meter) konnten beliebig oft und in beliebiger Kombination ohne Zeitnahme gelaufen werden. 109 (140) Sportler waren mehrfach unterwegs. Insgesamt gab es dadurch 1431 (1903) Starts. Verteilt auf die Strecken: 2,1 km = 158 (264) mal, 4,8 km = 263 (378) mal, 6,5 km = 347 (448) mal, 10,1 km = 663 (813) mal. Insgesamt wurden 10 546 Kilometer (2017:

13 492 km) zurückgelegt.

Die meisten Teilnehmer kamen aus dem Bodenseekreis und Oberschwaben. Aber auch weite Anfahrten und Grenzübergänge sowie Urlaubsaufenthalte konnten Sportler nicht abhalten. Sie kamen aus USA, Holland, Frankreich, der Schweiz und Österreich und aus vielen Regionen Deutschlands.

Die längsten Strecken liefen diesmal die Frauen: Patricia Grech aus Tettnang mit 30,3 km sowie Heidi Abendschein aus Hergensweiler und Doris Fricker aus Meckenbeuren (26,7 km). Letztere Strecke schaffte nur ein Mann, nämlich Jürgen Niedermaier aus Tettnang.

23 (29) Sportler legten mehr als 20 km zurück.

Acht Frauen und Männer haben schon das 80. Lebensjahr erreicht bzw. überschritten. Angeführt wurde dieses Feld von Maria Stojanovic (Jahrgang 1929) aus Meckenbeuren vor Antonie (Toni) Locher (Jahrgang 1931) aus Tettnang. Die größten teilnehmenden Gruppen stellten die Vereine aus Tettnang (78 Teilnehmer vom TSV, 19 vom Ski und Sport Club) und Kressbronn sowie der Volksbank (je 20). Vom TV Langenargen kamen 14 Starter, vom SV Tannau 13, von den Meckenbeurer Vereinen zusammen 15. Auch die Lauftreffs der LG Welfen Weingarten, Friedrichshafen und Oberteuringen waren gut vertreten.

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