Bewusste Entscheidung für Tettnang ist Lob fürs Ferienprogramm

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Wichtige Erkenntnisse ergeben sich für Kinder und Eltern beim Talent-Tag in der Turnhalle an der Weinstraße.
Wichtige Erkenntnisse ergeben sich für Kinder und Eltern beim Talent-Tag in der Turnhalle an der Weinstraße. (Foto: johannes kienzler)
Johannes Kienzler

„Wo liegen meine sportlichen Stärken und welche Sportart ist am besten für mich geeignet?“ Um diese Fragen drehte sich der „Kinder-Talent-Tag“ von Jens Leutenecker und seinen Kollegen, an dem 20 Kinder in der Turnhalle in der Weinstraße teilnahmen.

Ziel war es, die Stärken der Kinder mittels verschiedener sportlicher Aktivitäten zu ermitteln und sowohl Eltern als auch Kindern selbst im anschließenden Gespräch eine Empfehlung zu geben, für welche Art von Sport sie mit ihren Voraussetzungen am besten geeignet sind.

„Es ist wichtig, den Eltern eine konkrete Empfehlung an die Hand zu geben, wie und wo sie ihr Kind am besten fördern können. Denn viele Kinder und Jugendliche üben selten die Sportart aus, für die sie am ehesten talentiert wären“, erklärt Jens Leutenecker, der jahrelang als Analyst und Berater im Bereich Spieler Scouting in der deutschen Basketball Bundesliga tätig war.

„Flinke Spieler mit einem sehr guten Körpergefühl im Raum entscheiden sich etwa für Tennis anstatt im Golf oder einer Kampfsportart erfolgreich zu sein, weil der Vater es genauso gespielt hat.“

Ein Umstand, dem sich nach Ansicht des 31-Jährigen mit einem Angebot wie dem Talent-Tag entgegenwirken lässt.

Im ersten Block wurden die koordinativen Fähigkeiten und Wurftechniken geprüft. Dies sei „extrem wichtig für Ballsportarten“, erklärt Leutenecker. Anschließend ging es zum Turnen, wo die Kinder ihre Körperspannung messen und herausfinden konnten, was sie mit ihrem eigenen Körpergewicht anstellen können.

Nach einigen Übungen mit dem Schläger, um die Einschätzung von Distanzen und die Treffsicherheit zu prüfen, endete der Tag mit Sportspielen wie Handball oder Fußball. „Hier erkennen wir, wie die Teilnehmer interagieren“, so Leutenecker weiter. „Es gibt Kinder, die sind eher individualistisch veranlagt, und andere sind besser im Teamsport.“

Der geborene Ludwigsburger und seine Kollegen Camillo Albrecht und Selina Opitz haben das Projekt 2016 ins Leben gerufen und bieten es im Sommerferienprogram verschiedener Kommunen an. Warum die Wahl ausgerechnet auf Tettnang fiel? „Das Ferienprogramm hier ist ambitioniert und gut strukturiert“, lobt Leutenecker. „Wir haben das Gefühl, das unser Projekt verstanden wird, deshalb haben wir uns für diese Stadt entschieden.“

Das Ziel sei es, den „Kinder-Talent-Tag“ für Schulen und Vereine anzubieten und die Teilnahmegebühren durch Sportfördermaßnahmen und Sponsoren abzuschaffen.

„Wir arbeiten daran, dass in Zukunft jede Klasse der vierten Jahrgangsstufe die Möglichkeit hat, einen unserer Talenttage zu besuchen.“, erzählt Leutenecker stolz. Ein Anfang ist gemacht, denn seit der Projektgründung haben das Angebot bereits über 500 Kinder wahrgenommen.

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