„Besonderer Spirit“ im neuen St. Anna-Quartier

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 Jesús Morales, Sebastian Merkle, Mareike Labourdette, Bernhard Hösch, Bruno Walter, Serkan Akar und Lothar Reger biegen mit der
Jesús Morales, Sebastian Merkle, Mareike Labourdette, Bernhard Hösch, Bruno Walter, Serkan Akar und Lothar Reger biegen mit der Schlüsselübergabe in die St. Anna Zielgerade ein. (Foto: Selina Erath)
Selina Erath

„Dieses Quartier ist hier in dieser Form erstmalig, einmalig und mit Sicherheit ein Vorbild für künftige Entwicklungen“, sagt Bürgermeister Bruno Walter über das neue St. Anna-Quartier in Tettnang. Das Gelände mit 130 Mietwohnungen, einer großen Grünfläche und Spielmöglichkeiten soll auf ein Miteinander ausgelegt sein und die Einwohner zueinander bringen, weshalb von Beginn der Planung an ein Quartiersmanagement mitentwickelt wurde. Mareike Labourdette ist die Quartiersmanagerin und wird ab Januar ihr Büro im „Pavillon“ in der Mitte des St. Anna Areals beziehen.

Gestern wurden ihr die Schlüssel für ihren neuen Arbeitsplatz überreicht und das Pavillon somit „offiziell an die Stadt Tettnang übergeben“, sagt Lothar Reger. Er ist Vorstand des Bau- und Sparvereins Ravensburg. Der Verein ist einer von fünf Partnern, die das Quartier gemeinsam entwickelt haben. Der Bau des fast schon kleinen Dorfes begann im März letzten Jahres - bis Ende dieses Jahres werden schon alle Wohnungen bezogen sein. „Es hätte keiner für möglich gehalten, dass Bebauungsplan und Bau in so kurzer, schneller Zeit ablaufen“, richtet sich Bruno Walter an den Bauleiter Serkan Akar. Er findet „toll, wenn man merkt welche Atmosphäre dort ist mit viel Licht, Luft und Raum für Menschen aus allen Generationen, Schichten und Verhältnissen“. „Das Vermieten der Wohnungen war ein Klacks“, erzählt Lothar Reger. Für eine Dreizimmerwohnung hatten sie beispielsweise innerhalb von zwei Stunden 80 Bewerbungen erhalten. „Der Bedarf in Tettnang ist unwahrscheinlich“, fügt er hinzu.

Alle fünf Partner haben einen Anteil des Pavillons übernommen. „Wir haben das Holz gebracht, ihr müsst es jetzt mit Leben füllen“, sagt Lothar Reger. Mareike Labourdette, zukünftige Quartiersmanagerin, hat ihr Büro im Pavillon in der Mitte des Quartiers bekommen. Sebastian Merkle von der Baugenossenschaft Familienheim aus Villingen-Schwenningen erklärt, dass die Bezeichnung Pavillon anfangs nur der Projektname war, „sich mittlerweile aber etabliert hat“. Der Quartiertreff ist zudem ausgestattet mit einem behindertengerechten WC, einem separaten Abstellraum und einem großen „Besprechungsraum“ mit Glasfront, der in Zukunft als „Raum für Begegnungen“ gedacht ist, sagt die Quartiersmanagerin. Sie hofft auf ein gutes Miteinander und einen respektvollen Umgang untereinander. Zudem freut sie sich darauf, Aktionen wie einen Mutter-Kind-Treff oder eine Kaffeegruppe für Senioren ins Leben zu rufen, „ganz auf Wunsch der Einwohner“. In ihrem Büro sei sie jederzeit ansprechbar und würde als „Bindeglied zwischen allen fungieren“. Ihr Arbeitsplatz wäre die perfekte „gemeinsame Mitte um miteinander in Kontakt zu treten“. Große Unterstützung bekomme sie von der Seelsorgerin Maria Schuster aus der Kirchengemeinde.

„Da das Quartier von allen Seiten zugänglich ist, bezieht es sich nicht nur auf die, die hier wohnen“, sagt Bernhard Hösch von der Stiftung Liebenau und greift auf, dass auch anliegende Bewohner in dem Quartier Willkommen seien. „Das alles gibt einen ganz besonderen Spirit“, fügt der Bürgermeister hinzu. „Wenn dieser Keim und Nährboden jetzt noch mit Leben gefüllt wird“, sei die Errichtung des St. Anna-Quartier beendet, sagt Bernhard Hösch

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