Beim Floriansfest „gibt es immer Action“

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Olaf E. Jahnke

Die Argumente bei Besuchern des Floriansfestes sprechen für sich: Es sei eben ein „nahes Ausflugsziel mit leckerer Bewirtung“. Außerdem gebe es „bei der Feuerwehr immer Action und Spiele für Kinder“. Tatsächlich haben es am Sonntag trotz ungemütlicher Wetterverhältnisse zahlreiche Besucher zum Floriansfest ins Tettnanger Spritzenhaus geschafft, darunter viele Familien oder Angehörige der benachbarten oder zu Tettnang gehörenden Wehren. Ebenso wie die munter aufspielende Musikkapelle Wildpoltsweiler waren sie zumindest zum Essen eher in der großen Fahrzeughalle zu finden.

Im Pressegespräch sagte Feuerwehrkommandant Konrad Wolf: „Diese Veranstaltung findet schon seit Jahrzehnten am Muttertagstermin statt – und ist meist gut besucht.“ Dabei gestalte man das Programm immer abwechselnd, und statt Fahrzeugweihen und Festreden seien diesmal ganz anschauliche Übungen dran – und eine Vorführung von Experimenten.

Befragt, ob die Veranstaltung der Mittelbeschaffung diene, lachte Kommandant Wolf und sagte: „Bei uns bleibt eher nichts liegen – im letzten Jahr gab’s sogar einen leichten Verlust.“ Das Fest veranstalte man nicht für den Gewinn, sondern für die Bevölkerung, die Wehr und – natürlich vor allem – für die Mütter. Allerdings sei das Floriansfest auch eine gute Maßnahme für Öffentlichkeitsarbeit, wirke wie eine Werbeveranstaltung für die Tettnanger Wehr und sei freilich auch attraktiv zur Nachwuchsgewinnung bei den Jungen – aber auch beim älteren Feuerwehrnachwuchs. Zwar sei man momentan personell sehr gut aufgestellt, aber: „Wir nutzen die Gelegenheiten und wir müssen dranbleiben.“

Bevor es an die Übungen und Experimente ging, nutzten erst einmal zahlreiche jüngere Besucher die verschiedenen Spielangebote, vom Handpumpenlöscheinsatzspiel über die Schlauchrollenkegelbahn oder das Dosenwerfen bis zum heißen Draht. Vor allem jüngere Besucherinnen nahmen das Angebot zum Kinderschminken in Anspruch. Dabei wurden dekorative Motive wie Schmetterlinge, Marienkäfer oder Ornamente bevorzugt, obwohl es auch Feuermotive oder Einsatzfahrzeuge als Schminkvorlage gegeben hätte.

Für besonders heiße Einsätze

Gegen 14 Uhr war es schließlich so weit, die Besucher versammelten sich im Hof – zunächst für eine Modenschau der besonderen Art. Die Feuerwehrkameraden zeigten von der Arbeits- bis zur Einsatzkleidung eine bunte Vielfalt, die bisweilen skurril wirkte. Vorgeführt und kommentiert wurden die neuen Tagesdienstoutfits, die Schnittschutzausrüstung für Motorsägenarbeiten, ein praktisch abgeklebter Einmal-Schutzanzug, ein voluminöser Chemie- und Strahlenschutzanzug samt Probenkelle sowie ein glänzender Hitzeschutzanzug für besonders heiße Einsätze. Fast schon normal wirkte da die Einsatzkleidung mit Atemschutz und schwerer Ausrüstung für Einsätze im Gebäudeinneren. Bei der anschließenden Übung mit DummyBergung, einer Drehleiterdemonstration mit beeindruckender Weite und Höhe, nutzte Moderator Wolf die Gelegenheit, um auf die lebensrettende Nützlichkeit von Haus-brand- und Rauchmeldern hinzuweisen. Abschließend experimentierten einige Feuerwehrkameraden sowie eine -kameradin und zeigten der staunenden Besuchermenge in der kleinen Halle, dass Klebstoff explosiv sein kann, dass manchmal nur Schaum die Flamme wirksam erstickt oder dass Wachs, Wärme und Wasser eine brandgefährliche und explosive Kombination sein können – faszinierend.

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