Bedarf an Blutkonserven steigt

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Schwäbische Zeitung
Julius Bretzel

Die nächste Blutspendeaktion des Deutschen Roten Kreuzes in Tettnang ist nächsten Donnerstag, 12. April, von 14.30 bis 19.30 Uhr in der Stadthalle, Manzenbergstraße 10.

Spender müssen zwischen 18 und 65 Jahre alt sein und einen amtlichen Ausweis mitbringen. Die Blutspende ist freiwillig und unentgeltlich. Nähere Informationen und Antworten auf persönliche Fragen erhalten Interessierte unter der Blutspende-Hotline 0800 / 1194911 oder

www.blutspende.de

Dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) zufolge werden Tag für Tag in Deutschland etwa 15 000 Blutspenden benötigt. Um dem nachkommen zu können, ist die Organisation auf freiwillige Spender angewiesen – so auch bei der Blutspendeaktion am 12. April in Tettnang.

„Blutspende ist Hilfe am Nächsten“, sagt Alfred Kneer vom DRK Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen. „Es geht darum, dass in den Kliniken Patienten sind, die zwingend ein Blutpräparat benötigen, um leben zu können.“ Die Krankenhäuser verwenden das Spenderblut bei medizinischen Eingriffen, wenn es dabei zu Blutverlust kommen kann. Ein schwerer Unfall, Operationen, Geburtskomplikationen oder bestimmte Tumorerkrankungen – die Ursachen für eine Bluttransfusion seien vielfältig, teilt der Medizin Campus Bodensee (MCB) mit, zu dem auch die Klinik Tettnang gehört. Das Krankenhaus benötige jährlich im Schnitt 500 Blutkonserven. Vor jeder Blutübertragung werde die Blutgruppe des Patienten im Labor des Krankenhauses ermittelt. Durch verschiedene Tests direkt im Vorfeld der Transfusion werde die Verträglichkeit von Spender- und Empfängerblut abgesichert, so der MCB.

Um Blut zu spenden, muss man zwischen 18 und 65 Jahre alt sein und sich bei der Spendeaktion mit einem Ausweis oder Führerschein ausweisen. Außerdem ist es wichtig, gesund zu sein. „Wir haben jetzt gerade eine große Grippewelle, da kann es dann zeitweise schwerer werden, genügend Spenden zu erhalten“, erklärt Kneer. In einem solchen Fall müsse mit Konserven aus anderen Regionen ausgeholfen werden.

Altersobergrenze für Spender

Die treuen Mehrfachspender, so Kneer, seien aus den geburtenstarken Jahrgängen von etwa 1956 bis 1969. Das Problem sei, dass diese Spender in ein paar Jahren aufgrund ihres Alters nicht mehr spenden dürften und wiederum selbst zu der Gruppe gehören würden, die vermehrt von Spenderblut abhängig seien. „60 Prozent der Blutkonserven werden von einer Altersgruppe von 65 bis 70 Jahren benötigt. Jetzt sind wir noch in der Lage, den Bedarf im Normalfall zu decken. Wenn man aber den demografischen Wandel beobachtet und es keine großen Fortschritte in der Transfusionsmedizin geben sollte, wird der Bedarf an Blutpräparaten steigen“, erklärt Kneer. Wenn nicht genügend Blutkonserven zu Verfügung stünden, könne es in den Krankenhäusern von Friedrichshafen, Tettnang und Weingarten vorkommen, dass geplante Operationen, bei denen ein hoher Blutverlust zu erwarten ist, verschoben werden müssten, teilt der MCB mit. Die Versorgung der Patienten sei nur durch Spenden gewährleistet. Mit einer Lösung des Problems, die ohne Spenden auskommt, ist derzeit nicht zu rechnen. Die künstliche Herstellung von Blut ist der Forschung bislang nicht gelungen. Alfred Kneer weiß, aus welchen Gründen die freiwilligen Blutspender zu den Aktionen des DRK kommen. „Etwa 20 Prozent werden von anderen Spendern aus dem persönlichen Umfeld angeworben.

Andere werden durch unsere Werbeaktionen darauf aufmerksam. Es gibt aber auch einige Erstspender, manchmal auch im höheren Alter, die selbst negative Erfahrungen gemacht haben und sich nun zum Spenden entschließen.“ Das DRK sei auf das Engagement und Verantwortungsbewusstsein der Spender angewiesen. „Jeder, der 75 Jahre oder älter wird, benötigt mindestens einmal im Leben ein Blutpräparat. Es gibt in Deutschland ungefähr 60 Millionen Menschen im spendefähigen Alter. Tatsächlich spenden aber nur zwei Millionen. Da gibt es noch viel Potenzial, Gutes zu tun“, appelliert Kneer.

Die nächste Blutspendeaktion des Deutschen Roten Kreuzes in Tettnang ist nächsten Donnerstag, 12. April, von 14.30 bis 19.30 Uhr in der Stadthalle, Manzenbergstraße 10.

Spender müssen zwischen 18 und 65 Jahre alt sein und einen amtlichen Ausweis mitbringen. Die Blutspende ist freiwillig und unentgeltlich. Nähere Informationen und Antworten auf persönliche Fragen erhalten Interessierte unter der Blutspende-Hotline 0800 / 1194911 oder

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