Bürgerenergie in Tettnang: Trockener Sommer macht Stromgenossen einen Strich durch die Rechnung

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 Engagieren sich in Aufsichtsrat und Vorstand für die Energiegenossenschaft (von links): Rolf Striedacher, Gerald Rosenblüth, Kl
Engagieren sich in Aufsichtsrat und Vorstand für die Energiegenossenschaft (von links): Rolf Striedacher, Gerald Rosenblüth, Klaus Nuber, Werner Stibi, Siegfried Weber, Rudolf Zwisler und Werner Hipper. (Foto: Angela Schneider)
Angela Schneider

2018 war kein optimales Jahr für die Wasserkraft, so der Tenor der Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) Rotach-Schussen-Argen bei ihrer Hauptversammlung. „Es fing nicht schlecht an, aber ab Juli war tote Hose. Kein Wasser, kein Strom“, sagte Vorstand Klaus Nuber in seinem Bericht. Entsprechend durchwachsen fiel in Bezug auf die Wasserkraftanlage in Wiesertsweiler bei Tannau die Ertragsbilanz aus.

Nur gut 32 000 Kilowattstunden Strom hatte die Anlage am Bollenbach gebracht und damit eine Vergütung von insgesamt 3774 Euro. Durch die ergiebigen Schnee- und Regenfälle im aktuellen Jahr sieht es momentan besser aus, rund 20 000 Kilowattstunden Strom wurden bisher eingespeist. „Doch die Vorhersagen deuten auf einen weiteren trockenen Sommer hin“, so Nuber in seiner Vorschau.

Ertrag durch Sonnenenergie

Die Strategie der BEG, sich bei der Stromerzeugung durch mehrere Standbeine unabhängig vom Wetter beziehungsweise dem Klima zu machen, ging auf. Die beiden Photovoltaikanlagen auf dem Dach des Feuerwehrhauses in Kau und dem Bauhofdach in Tettnang erzeugten rund 13 000 und 38 000 Kilowattstunden Strom und brachten damit 3700 Euro und 9000 Euro Ertrag. Dennoch konnten die beiden Photovoltaikanlagen die Ausfälle der Wasserkraft nicht vollständig aufwiegen, sodass am Ende als steuerliches Ergebnis ein Minus von 220 Euro zu Buche stand. 2017 hatte am Ende noch ein Plus von rund 1500 Euro gestanden.

Rolf Striedacher als Mitglied des Aufsichtrats erläuterte die Bilanz der Genossenschaft – und war trotz des erwirtschafteten Verlusts zufrieden mit der finanziellen Situation. Aus den Vorjahren trägt die Bürgerenergie einen Verlustvortrag von insgesamt 11 700 Euro mit sich, profitiert aber auch von einer Eigenkapitalquote von 90 Prozent. „Das Unternehmen ist gesund“, sagte Striedacher in seinem Bericht.

Als Vorsitzender des Aufsichtsrats nahm Siegfried Weber Abstimmungen und Entlastungen vor. Die Versammlung von gut 30 Mitgliedern entschied darüber, wie in den Vorjahren, keine Ausschüttung vorzunehmen und folgte darin dem Vorschlag von Weber. Zum zehnten Geburtstag der Genossenschaft hatte Weber zum Schluss noch eine angenehme Aufgabe: Für zehn Jahre Tätigkeit in Vorstand oder Aufsichtsrat zeichnete er Mitglieder mit Urkunde und Bronzemedaille des Verbands der Bürgerenergiegenossenschaften aus, nämlich Klaus Nuber (Vorstand), Werner Stibi und Rudolf Zwisler (Aufsichtsrat) sowie Martin Welte (zunächst Aufsichtsrat, jetzt Vorstand).

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