Ausblick und Abschied bestimmen Versammlung der Narren

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Olaf E. Jahnke

Im vollen „Radsaal“ hat am Samstag Zunftmeister Michael Pfau zur 68. jährlichen Hauptversammlung mit „Montfort – Jehu“ begrüßt. Nach einem kurzen Rückblick gab es ein Totengedenken für die Zunftmitglieder Silvia Zimmermann, „Zunftstubenmama“, und Christa Schwarzenbacher, frühere Zunftballettchefin.

Geschäftsführer Oliver Kirsch berichtete über zahlreiche Zunftrats-, Vorstands- und Team- und VSAN-Sitzungen. Vizezunftmeister Florian Roscyk erläuterte die Entwicklung des 765 Mitglieder zählenden Narrenbestands, wies auf die Arbeitslisten hin und deutete an, die Einladungen künftig überwiegend per Mail zu verschicken – auch für die Seniorenveranstaltungen.

Der Kassenbericht von Schatzmeisterin Susanne Duda ergab leichte Verluste, die, wie Saalchef Thomas Raab zugab, überwiegend dem imagefördernden Zunftball im Schloss geschuldet seien. Duda erläuterte verschiedene Verlust-Posten, wie nachlassende Abzeichenverkäufe, nicht stattfindende Bürgertreffen oder ausgefallene Juzu-Partys. Kassenprüfer Dagmar Bügele und Karl Welte bestätigten die Korrektheit der Kasse – und nach Antrag von Martin Obermayr wurden Kasse und Vorstand einstimmig entlastet.

Verabschiedet wurden zwei prominente Zunfträte. Fritz Tauschers Amtsabgabe wurde mit der Hoffnung auf fortgesetzte Bierkooperation bedauert. Bei Wolfram „Wolli“ Locher gab es von seinen Vorstandskollegen und vom Zunftchef eine Laudatio für dessen umfangreiche Aktivitäten mit unverwechselbaren „Gags und Gigs“. Seit 1999 habe er – nicht nur beim Zunftball – maßgeblich zur positiven Entwicklung der Zunft mit Ideen, Aktionen, Dichtung, Tanz und Gesang beigetragen, bemerkte Pfau und verlieh eine Ehrenmedaille in Gold. „Ehrlich, es tut a bissle weh nach dieser Zeit “, sagte Locher in der Abschiedsansprache. Es wies darauf hin, dass er nur den Zunftrat, nicht aber die Zunft verlasse und endete mit: „Ich hab’ Euch alle lieb!“

Jungzunftsratsvorsitzender Jakob Gürgen verwies auf Judith Kästner als neue Sprecherin, das Ausscheiden von Raphael Weiß sowie Leon Zartl als neues Jungzunftratsmitglied. Gürgen bedauerte, immer noch keine Ersatz-Location für die Juzu-Party gefunden zu haben. Erfreulich sei dagegen die Kooperation mit der Feuerwehr beim Jugendball und die Mitwirkung beim Hemedglonker- Festzelt.

Einen kurzen Bericht gab Mike Laitenberger als zweiter Vorsitzender des Fanfarenzugs Montfort. Neben erfolgreicher Jugendarbeit und umfangreichen Aktivitäten arbeite man einer neuer Satzung.

Bei den Wahlen wurde der neue Zunftvorstand einstimmig bestätigt, samt Neumitglied. Dazu gab es 30 Ehrungsmedaillen für 25-jährige und fünf für die 50-jährige Mitgliedschaft.

Saalfasnetschef Thomas Raab kündigte als Neuerung eine „Schreckiparty“ in der Zunftstube an. Für den Kappenabend sei die Location noch offen. Der Kinderball finde diesmal im Gemeindezentrum St. Gallus statt. Beim Weiberball am „Gumpigen“ ändere sich nichts. Für den Zunftball im Schloss kündigte er das Motto „Griechenland“ an, von der „Akropolis im Rittersaal“ bis zum „Orakel von Selfie“.

Straßenfasnetschef Marc Müller hofft, bei den kommenden sieben Fasnetswochen mit acht Umzügen den Schnitt von 100 mitspringenden Narren zu übertreffen. Vom Fähnlesaufhängen in der Stadt bis zur Hauptfasnet mit dem Bürgermeisterspiel „Stadtsäckelverkauf“ reichte sein Überblick. Ein Thema auch bei ihm: „Abzeichenverkäufer gesucht, damit endlich die Kasse stimmt.“

Zunftmeister Pfau kündigte an, dass die Narrenzunft das Landschaftstreffen Oberschwaben Allgäu in Tettnang im Januar 2023 ausrichten wolle. Dabei fehle es zwar – wie mehrfach angeklungen war – auch 2023 noch an Stadthalle und Veranstaltungsräumen, aber dann gehe es eben in Zelte, die Argentalhalle und ins Neue Schloss.

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