Auch in Tettnang legen die Grünen am meisten zu

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Judith Maier, Theresa Amann, Nina Welte und Rainer Heinzelmann schütten die Wahlurne mit den Stimmzetteln für die Europawahl aus
Judith Maier, Theresa Amann, Nina Welte und Rainer Heinzelmann schütten die Wahlurne mit den Stimmzetteln für die Europawahl aus. (Foto: Hil)
Schwäbische Zeitung

Herzschlagfinale in Tettnang: Gegen 22 Uhr veröffentlichte die Stadt als letzte der 23 Gemeinden im Bodenseekreis ihr Ergebnis für die Europawahl. Wie auch andernorts bildete sich hier der allgemeine Trend ab, eine mit 66,55 Prozent hohe Wahlbeteiligung (2014: 52,6 Prozent) und ein satter Zugewinn der Grünen, die mit 24,92 Prozent im Ergebnis um 10,5 Prozentpunkte zulegen – auch wenn sie unter dem Durchschnitt im Bodenseekreis von 25,8 Prozent bleiben.

In absoluten Zahlen hat sich die Menge der Grünen-Wähler sogar mehr als verdoppelt. Waren es 2014 noch 1044, haben sie in Tettnang in diesem Jahr 2341 Stimmen bei der Europawahl erhalten. Dies hängt mit dem veränderten Hebel durch die höhere Wahlbeteiligung zusammen. So blieb die CDU in absoluten Zahlen stabil (3325 Stimmen im Jahr 2014, 3377 bei dieser Europawahl), verlor aber rund 9,9 Prozentpunkte und rutschte damit auf 35,95 Prozent ab (2014: 45,8 Prozent).

Sowohl Stimmen als auch Prozente verlor indes die SPD. Sie landete bei 9,52 Prozent (2014: 18,3 Prozent). In absoluten Zahlen reduzierte sich die Zahl der Stimmen dabei von 1326 im Jahr 2014 auf jetzt 894. Während die Tettnanger CDU über dem Schnitt von 32,9 Prozent im Bodenseekreis liegt, befindet sich die SPD unter dem Schnitt von 11,2 Prozent für das gesamte Kreisgebiet.

Die Verluste von CDU und SPD schlugen als Gewinn indes nicht nur bei den Grünen auf. Die FDP erhielt in Tettnang 6,43 Prozent der Stimmen – und damit 2,7 Prozentpunkte mehr als noch 2014 (3,7 Prozent). Einen Zugewinn bei der Europawahl erreichte auch die AfD. Sie lag 2014 bei 5,8 Prozent und erreicht in diesem Jahr acht Prozent, was einem Plus von 2,2 Prozentpunkten entspricht.

Die Linken verlieren 0,8 Prozentpunkte und landen bei 2,31 Prozent – was recht genau dem Trend im gesamten Kreisgebiet entspricht.

Den größten Zugewinn bei den kleinen Parteien verzeichnet die Partei „Die Partei“. Sie überholt die stabil bleibende ÖDP (1,1 Prozent) sowie die Tierschutzpartei (2019: 1,2 Prozent; 2014: 0,8 Prozent) und legt um fast einen Prozentpunkt auf 1,37 Prozent zu (2014: 0,4 Prozent).

Ein Blick in die Wahlbezirke offenbar einige Besonderheiten, insbesondere am Wahllokal Schule Manzenberg. Hier haben die Grünen mit 28,28 Prozent das höchste Einzelergebnis und liegen dort damit sogar vor der CDU (27,73 Prozent). Das gelingt ihn auch an der Schillerschule (28,22 zu 28,09 Prozent). Zugleich hat aber auch die AfD am Manzenberg mit 12,01 Prozent ihr bestes Ergebnis, ebenso die Tierschutzpartei (2,03 Prozent).

Auch an der Elektronikschule erhalten einige Parteien ihr Bestergebnis, so die SPD (12,87 Prozent), die FDP (10,33 Prozent), die Linke (3,7 Prozent) und die Partei „Die Partei“ (2,92 Prozent). Die CDU hat ihr stärkstes Ergebnis im Dorfgemeinschaftshaus Tannau (48,07 Prozent). Die Freien Wähler schneiden am besten in Laimnau ab (6,98 Prozent). In Hiltensweiler holen die ÖDP (2,21 Prozent) und die NPD (0,55 Prozent) ihre besten Ergebnisse.

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