1500 Besucher schnuppern Zweitakterluft

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Olaf E. Jahnke

Erstmals hat der MSC Langnau den traditionellen Simsons-Cup organisiert. Offensichtlich mit großem Erfolg, denn bei bestem Wetter hatten die Parkplatzordner alle Hände voll zu tun – um die Menge der mehr als 1500 Besucher und Teilnehmer geordnet rund ums Dörfle in Dentenweiler unterzubringen. Auf einem kleinen Rundkurs auf der Wiese mit Zweitaktergeruch, Sand und Spänen ging es unter dem Jubel der Zuschauer los.

Gestartet wurde in den Kategorien „Kids“, „Jugend“, „Supercup“ mit den getunten Simsons, „Seitenwagen“ unterteilt in luft- und wassergekühlt, „Nostalgie“ mit weitgehend original Mopeds und Schwalben sowie in der Kategorie „Rasentraktor“. Dazwischen walzte der Bahndienst die strapazierte Rundstrecke, denn es wurden immerhin 50 Läufe mit mehr als 110 Teilnehmern gefahren. Nach einer Abnahme der Rennmaschinen und Klärung der bürokratischen Notwendigkeiten erfolgten am Feiertagmorgen nach einer Fahrerbesprechung und -einweisung erste Trainingsläufe, bis die Teilnehmer schließlich vorgestellt wurden. Technische Ausfälle blieben während der ganzen Veranstaltung ein Thema – auch wenn das Publikum den einen oder anderen Ausfall mit Beifall belohnte, etwa bei den Rasentraktoren, wo ein intakter Rasentrecker einfach den Liegengebliebenen bis zur Ausfahrt schob.

Mit Power und Speed starteten beim „Supercup“ auf mehr als 15 PS getunte 50er-Simsons. Nicht weniger munter ging es bei den Seitenwagen mit reichlich Leistung und viel Akrobatik zur Sache. Nur als Original mit 50-ccm-Motoren bis 1989 durften die teilnehmenden Maschinen in der Klasse „Nostalgie“ mitfahren.

„Kids“ fahren mit bis zu 18 PS

Stolz ist der Langnauer Verein auf die Nachwuchsfahrer. In der Kategorie „Jugend“ wurde mit 50er-Simsonmopeds gestartet, während die „Kids“ ohne Markenbindung mit Kleinmotorrädern bis 18 PS starten durften. Rasentraktoren hatten auf Serienchassis und Motorblock doch für einige Mehrleistung gesorgt.

Der stellvertretende MSC-Vorsitzende Hermann Bacher fühlte sich offensichtlich pudelwohl, war gleichzeitig am Mikrofon, tobte die Rennstrecke entlang und organisierte nach allen Seiten. Die Vereinsleitung war sich einig: „Da gibt es keine Nachteile gegenüber der Veranstaltung der Simsonfreunde in Rappertshofen.“ Von den Vorstandsmitgliedern und Organisatoren war zu erfahren, dass man hier mit erweiterten Möglichkeiten bei der Streckengestaltung rechnen könne – und auch organisatorisch sei das Ende der Möglichkeiten für den Motorsportclub noch nicht erreicht. Die Zahl von mehr als 1500 gekommenen Motorsportfreunden zeige, das man auf dem richtigen Weg sei.

Gleichzeit hat der MSC am Samstag auch mit vielen Gästen und Ehrungen – etwa für die Vorsitzende Andrea Kreuzer – sein 50-jähriges Bestehen feiern können. Man darf gespannt sein, wie die Veranstaltung im nächsten Jahr ankommen wird, wieder mit viel DDR-Erinnerung passend zum Tag der Deutschen Einheit.

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