„100 Jahre gemeinsam unter einem Dach“

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Freuen sich auf das runde Jubiläum: das aktuelle Team des Kigas Laimnau
Freuen sich auf das runde Jubiläum: das aktuelle Team des Kigas Laimnau
Cosima Kehle

Auch öffentliche und kirchliche Einrichtungen waren vom Festkomitee der „Heimattage Argental“ in der Planungsphase eingeladen worden, das Jubiläumsjahr mit zu gestalten. Das Team des Kindergartens „St. Maria“ fühlte sich sofort angesprochen, arbeitet es doch in dem für Laimnau von Generationen besuchten Ort für Kinder und Familien mitten im Dorf. Und es wurde fündig. In der „Geschichte von Laimnau und seiner Umgebung“ stieß es auf den Hinweis, dass im Jahr 1919 eine Schwesternstation gegründet worden sei.

In diese sei eine „Kinderschule, die Krankenpflege und eine Nähschule integriert“. Laut Aussage alter Laimnauer nannte man den Kindergarten auch zu ihren Zeiten manchmal noch „Kinderschule“. Die beiden Ordensschwestern M. Theobalda und M. Felicula aus dem Franziskanerinnenkloster Reute dürften demnach auch die ersten beiden öffentlichen Erzieherinnen Laimnaus gewesen sein. Wie es weiterging, lässt sich aus einem Bürgermeister-Schreiben aus dem Jahr 1948 ablesen. Es meldet ans Landratsamt Tettnang, dass es in der Ortschaft Langnau zwei kirchliche Kindergärten gebe, davon einer in Laimnau seit dem Jahr 1930. Geleitet von Ordensschwestern aus dem Kloster Reute. Aus den Anfängen im Jahr 1919 hatte sich also in nur 11 Jahren ein eigenständiger Kindergarten entwickelt.

Direkt gegenüber der Kirche

Von Beginn an war der Kindergarten im Gebäude direkt gegenüber der Kirche untergebracht. Es ist heute denkmalgeschützt und ein Schmuckstück in der Dorfmitte. Sein Baujahr ist nicht bekannt, vermutlich reicht sein Ursprung jedoch bis ins Mittelalter zurück. Seit dem 19. Jahrhundert ist belegt, dass es als Pfarrhaus und Mehrzweckhaus mit Pfarrstube und Gesindekammer gedient hat. Danach wurde das Haus immer wieder umgebaut und renoviert, bis im Jahr 1919 besagte Schwesternstation eingerichtet wurde.

1959 erhielt der Laimnauer Kindergarten gegenüber einen Flachbau, der aber nach einigen Jahrzehnten wiederum zu klein geworden war. Ein Teil der Kinder wurde erneut im Schwesternhaus betreut.

Diesem Provisorium setzte der Umbau des Kindergartens unter Leitung des Architekten Wolfgang Kohler im Jahr 1997 ein Ende. Das Haus ist nun gänzlich vom Kindergartengenutzt und lebt vom gelungenen Kontrast zwischen Altem und Neuem. Im aktuellen Jubiläumsjahr dürfen sich Team, Kinder und die Kirchengemeinde über einen neu gestalteten Garten freuen, sodass auch weitere Generationen Laimnauer Kinder einer schönen Kindergartenzeit entgegen sehen können. Dies liegt auch am positiven und engagierten Geist, der seit vielen Jahren die Arbeit der Kindergartenteams prägt.

Grund genug für einen Festsamstag, zu welchem das Team samt Kindern am 19. Oktober einladen. Der Tag wird mit einem Festgottesdienst um 10 Uhr beginnen, den die Kinder mitgestalten. „100 Jahre gemeinsam unter einem Dach“ lautet das Thema des Gottesdienstes, bei dem der Begriff „Geborgenheit“ das Leitmotiv ist. Denn diese erfahren die Kinder im Haus, im Kindergartenalltag und ihrem Glaube, den der Kindergarten gestaltet und lebt.

Erst Gottesdienst, dann Festakt

Zum anschließenden Festakt mit Ortsvorsteher Peter Bentele wird die Jugendmusikkapelle spielen. Danach können sich alle Gäste bei einem Mittagessen stärken. Bis 16 Uhr dauert dann der „Tag der offenen Tür“. Kinderprogramme, Kaffee und Kuchen sowie ein Puppentheater stehen auf dem Programm. Das Kindergartenteam freut sich über Besuche ehemaliger Mitarbeiterinnen, ehemaliger Kinder, deren Eltern, auf Neugierige und alle, die noch nie im Kindergarten gewesen sind. Das „Haus für Kinder“ möchte am Festsamstag ein Haus für alle sein.

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