FDP lehnt Massentierhaltung im Bodensee ab

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Zur Verdeutlichung der Probleme der Berufsfischer am Bodensee, gab es für die beiden FDP-Landtagsabgeordneten Friedrich Bullinge
Zur Verdeutlichung der Probleme der Berufsfischer am Bodensee, gab es für die beiden FDP-Landtagsabgeordneten Friedrich Bullinger und Klaus Hoher ein geräuchertes Felchen. (Foto: Brigitte walters)
Schwäbische Zeitung
Brigitte Walters

Der FDP-Kreisverband Bodenseekreis lehnt Netzgehege zur Fischzucht im Bodensee ab, ebenso ein Pilotprojekt dazu. Eine Massentierhaltung habe im Trinkwasserspeicher für fünf Millionen Menschen nichts zu suchen, brachte es der Salemer FDP-Landtagsabgeordnete Klaus Hoher auf den Punkt. Die Kreis-FDP hatte die Bodensee-Fischer am Freitag zum Gespräch über „Die Zukunft der Berufsfischer am Bodensee“ nach Stetten eingeladen.

Etliche Berufsfischer waren gekommen, um den Liberalen ihre Ablehnung der industriellen Fischzucht im Bodensee zu verdeutlichen. Seit einigen Jahren haben die Fischer mit zurückgehenden Fangerträgen zu kämpfen, die Felchen wachsen nicht, da sie zuwenig Futter finden, der Nährstoffgehalt im See ist zu gering. Der Vorschlag der Fischer diesen durch eine leicht erhöhte Phosphatzufuhr zu verbessern, wird von der Grün-Schwarzen Landesregierung abgelehnt. Dabei habe das Frühjahrshochwasser im vergangenen Jahr gezeigt, wie sich durch die etwas erhöhte Nährstoffzufuhr das Fischwachstum verbessert. Die Landesregierung favorisiert stattdessen die Felchenzucht in Netzgehegen im Bodensee. Das lehnen fast alle Berufsfischer am See ab, erklärte Elke Dilger, die Vorsitzende des Verbandes Badischer Berufsfischer am Bodensee. Die Fischer befürchten negative Auswirkungen der Zuchtanlagen auf den Wildfisch, ferner werde der See verunreinigt. Zudem gebe es keinen See in dem Trinkwasser und Fischzucht vereint sind.

Auch ein Pilotprojekt lehnen die Fischer ab, die negativen Folgeerscheinungen für Wasser und Wildfische ließen sich nicht mit der angedachten Produktionsmenge von 500 Tonnen Fisch jährlich vergleichen. Der Eintrag von Fischfutter, welches viel Chemie enthält, ökologisch aufwendig und teuer hergestellt werde, stehe im Gegensatz zum Verbot der Gewässerverschlechterung. Die von der Landesregierung vorgeschlagene Genossenschaft für die Fischzucht soll in der vergangenen Woche gegründet worden sein, berichtete Berufsfischer Andreas Geiger.

Die Argumente gegen die Fischzucht im See, unterstützte auch Anita Koops vom Württembergischen Verband der Berufsfischer, ebenso wie Reto Leuch, Präsident des Schweizer Berufsfischer-Verbandes. Die Landesregierung lege viel Wert auf die Reinhaltung des Bodensees, jetzt wolle sie industrielle Fischzucht genehmigen, kritisierte FDP-Kreisvorsitzender Hans-Peter Wetzel. „Ich werde gegen die Netzgehege kämpfen, ebenso gegen das Pilotprojekt“, erklärte der Salemer FDP-Abgeordnete Klaus Hoher.

Dem schloss sich auch sein Landtagskollege Friedrich Bullinger an. Wenn Fischzucht, dann an Land, nicht im See, da waren sich beide einig.

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