Zweitliga-Volleyballer zeigen erneut Nervenstärke

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 Erneut behält der TSV Mimmenhausen vor heimischer Kulisse die Oberhand.
Erneut behält der TSV Mimmenhausen vor heimischer Kulisse die Oberhand. (Foto: Thorsten Kern)
Schwäbische Zeitung

Jubel brannte am Samstagabend unter den 465 Zuschauern auf, als Rückkehrer Lukas Ott nach 2:20 Stunden Spielzeit in der Salemer BZ-Halle das spielentscheidende Ass zum 3:2 (25:19, 24:26, 31:29, 16:25, 15:7)-Sieg für den TSV Mimmenhausen gegen die Alpenvolleys Haching II schlug. Nach einer sehr intensiven Zweitligapartie gingen die Gastgeber um MVP und Spielertrainer Christian Pampel als knapper Sieger hervor und holten erneut wichtige Punkte für den Klassenerhalt.

Mit dem Selbstvertrauen aus dem Auswärtssieg der vergangenen Woche in Fellbach im Rücken, startete der Aufsteiger aus Salem gegen die Reserve des Bundesliga-Spitzenreiters unaufgeregt. Starke Aufschläge der Gastgeber setzten der noch wacklig agierenden Annahme der Hachinger Gäste über weite Strecken des ersten Durchgangs hinweg erheblich zu. Die Folge: Eine ungefährdete 1:0-Führung nach Sätzen für Mimmenhausen.

Im zweiten Durchgang bot sich zunächst ein unverändertes Bild. Mimmenhausen war am Drücker, bestimmte das Spielgeschehen und lag bereits mit 13:10 in Front. Doch dann sorgten eine Aufschlagserie und starke Abwehraktionen des Hachinger Zuspielers für die Kehrtwende.

Plötzlich lief es im Angriff und auch im Block der Gäste deutlich besser. Bis auf 20:14 konnte sich Haching absetzen. Der TSV wollte sich allerdings nicht geschlagen geben, kämpfte sich erneut – dank starker Aufschläge von Pampel – bis auf 24:24 zurück. Ein Ass, und die Gäste bejubelten den Satzausgleich.

Für die Partie war dies allemal eine Initialzündung. Die Abwehrreihen beider Teams brillierten mit spektakulären Abwehraktionen. In dem Spiel mit zahlreichen langen Ballwechseln wusste sich kein Team entscheidend abzusetzen. Folgerichtig wurde dieser Durchgang erst in einer hochdramatischen Satzverlängerung entschieden. Es ging hin und her – fünf Satzbälle für die Gäste wehrte Mimmenhausen nervenstark ab, bevor Julius Schrempp mit einem starken Block den starken Diagonalangreifer der Gäste beim zweiten Satzball für den TSV stoppen konnte und den Satz für den Aufsteiger entschied.

Von dieser Dramatik schien sich das Pampel-Team im vierten Durchgang dann jedoch etwas erholen zu müssen. Nach offen gestaltetem Satzbeginn zog Haching gegen Mitte davon. Pampel reagierte und gönnte sowohl Zuspieler Lukas Diwersy als auch Mittelblocker Tobias Streibl eine Verschnaufpause. Die Gäste zeigte sich davon unbeeindruckt. Obwohl Mimmenhausen wenig Eigenfehler produzierte, war Haching sehr präsent in Block und Abwehr und effektiver im Angriff. Folgerichtig glichen die Gäste zum 2:2 nach Sätzen aus. Erneut musste also ein Tie-break die Entscheidung bringen.

Und wieder einmal bewiesen die Südbadener hier eine unglaubliche Nervenstärke. Mit den erholten Lukas Diwersy und Tobias Streibl zurück im Spiel und einem starken Lukas Ott in der Annahme und im Block präsentierte sich der TSV nun fokussiert und machte keine Fehler. Nachdem Ott, Streibl und Pampel die gegnerischen Angriffe beim Spielstand von 6:6 viermal in Folge blockten, wurde den Hachinger Gästen dann endgültig der Zahn gezogen.

Die Bundesligareserve war nun im Angriff verunsichert und produzierte erstmals in der Partie zusätzlich noch einige Fehler in Folge. Mimmenhausen war somit zum sechsten Mal in einem Tiebreak in dieser Saison obenauf.

Mit diesen weiteren zwei Punkten für den TSV Mimmenhausen steht das Pampel-Team nun bei 23 Punkten und auf einem soliden achten Tabellenplatz. Allerdings hat der TSV, aufgrund des überraschenden 3:2 Sieges der Blue Volleys Gotha im Parallelspiel gegen den Tabellenführer aus Mainz, weiterhin lediglich acht Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Pampel interessiert sich hierfür jedoch reichlich wenig: „Ich möchte mich nicht zu sehr mit der Tabellensituation beschäftigen. Das einzige Ziel für mich sind weiterhin 30 Punkte.“ Schnell lenkt er den Fokus deshalb auf die nächste Partie.

Dann hat Mimmenhausen die Möglichkeit, auswärts beim SSC Karlsruhe die nächsten Punkte im Kampf um den Klassenerhalt einzufahren. „Wenn wir gut spielen, werden auch dort Punkte im Bereich des Möglichen sein.“, wagt Pampel einen abschließenden Ausblick.

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