TSV Mimmenhausen landet Überraschungscoup

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 Gut unterwegs in der 2. Bundesliga mit den Volleyballern des TSV Mimmenhausen: Zuspieler Lukas Diwersy (rechts).
Gut unterwegs in der 2. Bundesliga mit den Volleyballern des TSV Mimmenhausen: Zuspieler Lukas Diwersy (rechts). (Foto: günter kram)
Schwäbische Zeitung
Sportredakteur

Zehn Ligaspiele, sechs Siege, ein ausgeglichenes Satzverhältnis (21:21) und ein ordentlicher Mittelfeldplatz: Aufsteiger TSV Mimmenhausen verbucht in der 2. Volleyball-Bundesliga Süd derzeit fast an jedem Wochenende ein Erfolgserlebnis. Vergangenen Samstag war nun der bisherige Tabellenführer TGM Mainz-Gonsenheim zu Gast im Salemer Bildungszentrum. Am Ende hieß es 3:2 (25:21, 22:25, 20:25, 32:30, 15:11) für die Mannen von TSV-Spielercoach Christian Pampel.

„Das Spiel hatte wirklich alles zu bieten“, zog Pampel nach dem Tiebreaksieg Bilanz. Seinem Team war nach 126 Minuten der Coup gelungen. Laut Pressemitteilung honorierte das Publikum die Leistung beider Mannschaften mit Standing Ovations, die Salemer feierten ausgelassen mit dem Fanclub. Vor allem der vierte Durchgang war überaus turbulent. Beim Zwischenstand von 2:1-Sätzen und einer 21:20-Führung für die Gäste kassierte Tobias Streibl vom Ersten Schiedsrichter eine Rote Karte und musste für den Rest des Satzes zwangspausieren. Damit lagen die Hausherren 20:22 zurück und schienen geschlagen. Denn Mainz präsentierte sich zu diesem Zeitpunkt eines Spitzenreiters absolut würdig, stand stabil in Annahme und Abwehr.

Hoch motivierten Mimmenhausenern gehörten die ersten anderthalb Sätze. Angetrieben vom lautstarken Heimpublikum, gelang dem Pampel-Team nahezu alles. Allem voran war die Annahme sehr stabil, wodurch Zuspieler Lukas Diwersy seine Angreifer gekonnt in Szene setzen konnte. Bis zum Zwischenstand von 1:0 nach Sätzen und 20:18 lag der TSV in Führung – gönnte sich dann gegen Gäste, die sich nie völlig abschütteln ließen, eine kurze Verschnaufpause im falschen Moment. Durch vier leichtfertig abgegebene Punkte ging Mainz-Gonsenheim plötzlich mit 22:20 in Führung und ließ sich den Satzausgleich nicht nehmen.

Eine Kostprobe für die gnadenlose Effizienz eines Zweitliga -Spitzenteams bekamen die Zuschauer im dritten Durchgang zu sehen. Immer besser stellte sich Mainz auf den TSV ein, agierte reihenweise spektakulär in der Abwehr, punktete dabei aber teils unspektakulär, jedoch unheimlich intelligent und konsequent. Bei Mimmenhausen begann hingegen die Annahme mehr und mehr zu wackeln, der Block erwies sich löchrig.

Kehrtwende von der Bank

Pampel reagierte und brachte mit Doru Pilihaci für die Annahme und Tobias Streibl für den Block frische Spieler. Eine Maßnahme, die schnell fruchtete. Pilihaci pritschte Aufschlag um Aufschlag perfekt aus der Luft. Mit Streibl bekamen die Hausherren wieder besseren Zugriff im Block- und Abwehrspiel auf die gefährlichen Außenangreifer der Mainzer zu Beginn des vierten Durchgangs. Leidenschaftlich verteidigte der TSV Mimmenhausen einen frühen Vorsprung im Satz gegen weiterhin solide spielende Gäste bis zur turbulenten Szene in der Schlussphase, als der eingewechselte Streibl Rot sah.

Doch hatte Pampel mit Kolja Hüther noch einen weiteren Joker parat: „Ein geiler Schachzug“, musste TGM-Coach Markus Pfahlert nachträglich anerkennen, als Hüther zum Aufschlag beim Spielstand von 22:23 eingewechselt wurde. Der Diagonalangreifer schlug ein Ass und brachte die Annahme auch beim zweiten Aufschlag in arge Bedrängnis. Pampel blockte den Notangriff von Jonas Reinhardt zum 24:23. „Der TSV ist wieder da“, hallte es von den Zuschauerrängen. Vier Satzbälle hatte der TSV anschließend, vier Matchbälle wehrte er teils hochdramatisch ab. Dann war das 32:30 perfekt.

Euphorisiert und angetrieben von der nach wie vor hitzigen Stimmung auf den Rängen, war Mimmenhausen im Tiebreak durchgehend am Drücker. Angeführt von Jonas Hofmann brachte der TSV das junge Mainzer Team mehr und mehr ins Wanken und ließ sich den Heimsieg nicht mehr zu nehmen (15:11).

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