Tausende Besucher kommen zum Kreisfamilienfest

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Martin Samland

Das Kreisfamilienfest im Schloss Salem hat in diesem Jahr die Blaulicht-Organisationen in den Mittelpunkt gerückt. Und das diesjährige Motto „Im Einsatz für das Leben – Engagierte Retter und Helfer im Bodenseekreis“ hat Eindruck gemacht. Es gab viel zu sehen, auszuprobieren, und Informationen aus erster Hand. Bei all dem Spaß kam aber auch der ernste Hintergrund nicht zu kurz. Die freiwilligen Helfer und hauptamtlichen Kräfte aus dem ganzen Bodenseekreis warben kräftig um Nachwuchs, damit die Bürger im Bodenseekreis auch in Zukunft optimal abgesichert sind.

Mit drei Böllerschüssen wurde die fünfte Ausgabe des alle zwei Jahre stattfindenden Festes eröffnet. Schon vor der offiziellen Eröffnung war der Besucherstrom groß und der Schlosshof füllte sich stetig. Im Namen der drei Träger begrüßten Landrat Lothar Wölfle für den Bodenseekreis, der Salemer Bürgermeister Manfred Härle und Birgit Rückert von den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württembergs die zahlreichen Besucher. Bürgermeister Manfred Härle bedankte sich in seinem Grußwort bei den rund 500 aktiven Helfern, die am Tag der Deutschen Einheit im Schloss im Einsatz sind.

Ein Dank für die Helfer

Landrat Lothar Wölfle lobte ebenfalls das Engagement und betonte, dass das Fest auch als Dankeschön für die vielen Menschen zu verstehen ist, die im Landkreis für die Sicherheit arbeiten. Im Hintergrund des Nationalfeiertags der Deutschen Einheit mahnte er auch, für die Demokratie einzustehen und die Werte von Freiheit und Einigkeit nicht zu vergessen. Interessante Zahlen zum Schloss als Austragungsort präsentierte Birgit Rückert in ihrer Begrüßung zum letzten Großereignis in diesem Jahr. So gibt es im Schloss 2700 Fenster zu putzen und die Dachflächen ergeben zusammen eine Fläche von 35 Fußballfeldern.

Beim anschließenden Rundgang über die Ausstellungsfläche, die bis zu 5000 Quadratmeter bietet, offenbarte sich dann die wahre Größe der Veranstaltung, zu der bisher immer weit über 10 000 Besucher kamen. An zahlreichen Ständen, Zelten und Fahrzeugen präsentierten sich die verschiedenen Organisationen, die selten alle in dieser Dichte an einem Ort zu finden sind. „Alle Organisationen des Bodenseekreises sind vertreten“, sagte Kreisbrandmeister Henning Nöh, der sich nach einem Rundgang äußerst zufrieden mit der tollen Werbung für das Ehrenamt zeigte.

Aus Sicht der Feuerwehr war die Schauübung Gebäudebrand und Höhenrettung ein besonderer Höhepunkt. Die Feuerwehr aus Uhldingen-Mühlhofen rückte zum Löscheinsatz aus und die Werkfeuerwehr Airbus aus Immenstaad beeindruckte mit einer selten zu sehenden Höhenrettung von einem rund 40 Meter hohen Kran. Die maximale Höhe zur Rettung sind aktuell 200 Seilmeter und jeder der Höhenretter muss pro Jahr 72 Ausbildungsstunden in dieser speziellen Rettungsart als Nachweis für die Einsatzfähigkeit vorweisen, wie Jürgen Wahl und Stefan Schenk von der Werkfeuerwehr erklärten.

Geheimnisvolle Details

Einen Überblick über die Dienstkleidung der verschiedensten Organisationen konnte man sich in einer speziellen Modeschau machen. Hier entlockte Robert Schwarz vom Landratsamt den Models von der Polizei und dem Zoll, bis hin zum Roten Kreuz das eine oder andere bisher nicht beachtete Detail in Sachen Dienstkleidung und sorgte damit für ausgelassene Stimmung vor der Bühne. Die heimlichen Stars waren aber die Vierbeiner vom Zoll, die im Anschluss an die Modeschau nicht nur Geld zielsicher aufspürten. Etwas weniger bekannt war bisher mit Sicherheit die Arbeit der Kreisauskunftsstelle, über die Manfred Sonntag vom Roten Kreuz aufklärte. Die Technik kam aber ebenfalls nicht zu kurz. Neben Fahrzeugen aus allen Bereichen war mit Sicherheit der Tauchroboter einer der selten so nah gesehenen Glanzstücke, den Markus Zengerle von der Wasserschutzpolizei den Besuchern erklärte. 25 bis 30 Einsätze leistet dieser mit zwei Kameras bestückte Roboter im Jahr und er kann bis zu 300 Meter tief tauchen und die verschiedensten Aufgabe.

Stundenlang konnten sich die Besucher von der gesamten Bandbreite der vertretenen Organisationen überzeugen und sich ausgiebig informieren, ohne dass Langeweile aufkam. Es gab vieles auszuprobieren und anzufassen. Die Blaulicht-Organisationen haben sich beim Kreisfamilienfest von ihrer besten Seite gezeigt, und das Interesse und der Rückhalt in der Bevölkerung ist da.

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