Störche bereiten sich auf lange Reise vor

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 Die Jungstörche bereiten sich auf ihre Reise in den Süden vor.
Die Jungstörche bereiten sich auf ihre Reise in den Süden vor. (Foto: Affenberg Salem)
Schwäbische Zeitung

Es ist ein faszinierendes Schauspiel, das sich in diesen Tagen am Affenberg Salem ereignet. Am Himmel kommen die Jungstörche zusammen, um sich auf ihren gemeinsamen Zug in den Süden vorzubereiten.

Zunächst unternehmen sie immer weitere Ausflüge in die Umgebung, um dann wie auf ein geheimes Signal hin ihre große Reise zu starten. Der Nahrungsmangel im Winter ist Grund für die weite Reise der eindrucksvollen Vögel in den Süden, schreibt der Affenberg Salem in einer Pressmitteilung.

Deutlich weniger Jungstörche

In diesem Jahr sind es rund 70 Jungstörche, die sich von Salem aus auf die Reise begeben. Als Folge des vielen Regens und der Kälte im Mai sind es deutlich weniger als im Jahr zuvor. Dazu gesellen sich etwa 60 Jungstörche aus den umliegenden Gemeinden.

Die Tiere, die das widrige Frühjahr überlebt haben, sind gut auf ihre Reise vorbereitet. Bei guter Thermik ziehen sie mit den Alttieren ihre Kreise. Inzwischen ernähren sie sich auf den abgeernteten Feldern und den satten Wiesen in der Umgebung selbst und stärken sich für die kräftezehrende Reise.

Vögel nutzen warme Aufwinde

Bei passender Hochwetterlage nutzen sie dann die Thermik und brechen auf. Ihr Flugverhalten gleicht einem Segelflugzeug: Wenn die Sonne den Boden erwärmt entstehen warme Aufwinde, die den Störchen mit ihrer großen Flügelspanne einen kräftesparenden Segelflug erlauben. Rund zwei bis vier Wochen dauert die Reise und die Tiere können in dieser Zeit unter günstigen Wetterbedingungen mehrere hundert Kilometer pro Tag zurücklegen.

„Alle unsere Tiere werden von uns im Frühjahr in ihren Horsten beringt. Das hilft uns nachzuvollziehen, wo die Tiere schlussendlich ihren Winter verbringen, denn wir haben Rückmeldungen aus Spanien, Portugal, Marokko, Mali und sogar aus dem Senegal“, erläutert Roland Hilgartner, Biologe und Leiter des Affenbergs in Salem.

Für ihren Zug in den Süden machen sich die Jungstörche alleine, ohne ihre Eltern, auf den Weg. Die Elterntiere und Altstörche bleiben noch länger in Deutschland und erholen sich von der anstrengenden Aufzucht der Jungen, bevor auch sie sich auf die Reise in den Süden aufmachen.

Im Gegensatz zur Elterngeneration bleiben die Jungtiere in den Überwinterungsgebieten, bis sie mit rund drei Jahren die Geschlechtsreife erreicht haben. Sie kehren dann auch nicht an ihren Geburtsort zurück, sondern lassen sich in der weiteren Umgebung des Affenbergs nieder. Die Eltern hingegen bleiben ihrem Bruthorst treu und sind im Frühjahr wieder am Affenberg anzutreffen.

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