Singen für eine bessere Welt

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Mit bewegendem Gesang erfreuen rund 70 Sänger dreier Chöre bei der ersten Gospelnacht der Aktion Brot für die Welt.
Mit bewegendem Gesang erfreuen rund 70 Sänger dreier Chöre bei der ersten Gospelnacht der Aktion Brot für die Welt. (Foto: mw)
Martina Wolters

Die drei Gospel-Chorgemeinschaften aus Markdorf, Oberteuringen-Ailingen und dem Deggenhausertal haben am Samstagabend ein besonderes Konzert gegeben. Einzeln und gemeinsam sangen sie zwei Stunden lang gegen Armut und Ausbeutung und für eine gerechtere Welt. Sie beteiligten sich damit an der bundesweit ersten „Brot-für-die-Welt-Gospelnacht“, bei der am Samstag mehr als 1000 Chorgemeinschaften in 30 Städten auftraten.

„Hallelujah, we worship you“, klang der Lobgesang beim Einzug der rund 70 Sänger aus mehreren Ecken der Salemer Kirche „Unserer Lieben Frau“. „Gospel für eine gerechtere Welt“ war auf ihren orangefarbenen Schals zu lesen und machte die Konzertabsicht klar.

Anrührend und zeitweise bedrückend, aber letztlich immer hoffnungsvoll präsentierte sich das vorgetragene Liedgut in großer Bandbreite. Von einer Weltsituation mit moderner Sklaverei, Krieg und Not war zu hören. Überzeugend setzten die Gospelsänger den Glauben an Gott und an eine lebendige Gemeinschaft gesanglich entgegen.

Das von den Markdorfern berührend vorgetragene Kindergebet erzählte von „leeren Kinderaugen ohne Tränen“ und ging unter die Haut. „Kannst du die Stimme der Kinder hören?“, fragten die Sänger. „Die Zeit etwas zu verändern, ist jetzt“ kam es eindrücklich vom Deggenhauser Gospelchor. „Das Leben ist doch machbar, denn wir haben Jesus“, erklang es schließlich zuversichtlich von den „Friends of Gosple“ der evangelischen Kirchengemeinde Oberteuringen-Ailingen. Eindrückliche afrikanische Rhythmen wechselten sich mit Spirituals und Kirchenliedern ab und wurden angereichert durch Instrumentalbegleitung.

Gänsehaut zum großen Finale

Die Zuhörer ließen sich mittragen von dem leidenschaftlichen Gesang, den die Chorleiter Hans- Jörg Walter, Wilfried Knorr und Elmar Reisch den jeweiligen Klangkörpern entlockten. Versunken mit geschlossenen Augen, mitwippend klatschend, je nach Song und Rhythmus, beteiligten sie sich eifrig. Das abschließend mehrstimmige Amen bereitete ihnen noch einmal Gänsehaut, nicht zuletzt wegen des Sologesangs von Dirigent Wilfried Knorr.

Wohin ihre Spenden gehen werden, davon berichtete die Vorsitzende des Markdorfer Chorensembles, Elisabeth Eckert von Landenberg. So sollen die Spendeneinnahmen zu 100 Prozent in ein Projekt in Bangladesch fließen, das Straßen- und Slumkindern ein Heim und Bildung zuteil werden lässt.

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