Salemer Kleintierzüchter überwinden alte Grenzen

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Jungzüchterin Linda Finsterwald aus Buggensegel schaut dem Preisrichter bei der Bewertung genau auf die Finger.
Jungzüchterin Linda Finsterwald aus Buggensegel schaut dem Preisrichter bei der Bewertung genau auf die Finger. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung

Was bisher bei Kaninchenschauen noch nie gelungen ist, wurde am vergangenen Wochenende Realität, wie der Vorsitzende des Salemer Kleintierzuchtvereins Dietmar Bertsche beim jüngsten Züchterabend ausführte. Als Höhepunkt waren die Spezialzüchter der Schecken-Clubs aus Baden und aus Württemberg zu Gast beim Salemer Verein und führten eine gemeinsame Jungtierschau durch, wie der Verein mitteilt.

So werde diese Ausstellung auf Clubebene sicherlich auch Signalwirkung und Vorbildfunktion für die beiden Landesverbände haben. Denn anders als das Bundesland Baden-Württemberg gehen die Landesverbände der Kaninchenzüchter in Baden und Württemberg immer noch getrennte Wege. Die Schecken-Clubs zeigen mit dieser gemeinsamen Kaninchen-Ausstellung, dass die alten Grenzen zwischen „Badensern“ und „Schwoba“ auch im Kleintierzuchtbereich längst verwischt sein sollten und es in absehbarer Zeit auch auf Landesebene zu einer Verschmelzung der Verbände kommen könnte, heißt es in der Pressemitteilung. Im Zentrum allen Handelns steht die gemeinsame Freude im Umgang mit den Tieren und die Freude, dieses Erlebnis mit Zuchtfreunden zu teilen.

In Salem kam dies nun mehr als deutlich zum Ausdruck stellte doch Jean-Claude Kormann aus Frankreich, der dem badischen Schecken-Club angehört, die absoluten Spitzentiere der Jungtierschau, eine Kollektion Englische Schecken in schwarz-weiß mit der Traumnote 32/28. Zum internationalen Flair trugen auch Züchter aus der Schweiz und Österreich bei, die auch sehr gute Tiere zu den insgesamt 107 Schecken-Kaninchen der Schau beisteuerten und mit zahlreichen Preisen die Heimreise antreten konnten.

Vereinsinterne Jungtierschau

Parallel zu dieser Kaninchenpräsentation wurde eine vereinsinterne Jungtierschau mit weiteren 114 Kaninchen veranstaltet welche auch am Samstagmorgen durch vier Preisrichter nichtöffentlich „auf Herz und Nieren“ geprüft wurden. Ein paar neue Jungzüchter des Vereins durften ihnen dabei zusehen und viel über die Bewertungsmethoden lernen. Die eigenen Tiere der jungen Züchter wurden dabei auch bewertet und ihre Jugend-Meister ermittelt. 1. Jungtiermeister wurde Guiliano Sturm (Owingen) mit der Rasse Sachsengold, gefolgt von Felix Bauer (Buggensegel) mit Helle Großsilber und Adrian Restle (Hattenweiler) mit Thüringern.

Bei den Erwachsenen standen nicht die Pokale im Mittelpunkt, sondern nette Gespräche und der freundschaftliche Gedankenaustausch unter Züchterkollegen über die Höhen und Tiefen des Züchteralltags.

Bürgermeister-Stellvertreter Peter Frick betonte in seinem Grußwort der Gemeinde ebenfalls die Aufwendigkeit des Hobbys Kleintierzucht im ganzen Jahresverlauf, das etwa im Vergleich zu anderen sportlichen Betätigungen wie Fußball keine Auszeit zulässt. Auch gäbe es weniger Gelegenheiten, sich und seine Tiere im Wettkampf zu messen. Umso wertvoller seien dann Events wie die Jungtierschau in Salem, sagte Frick.

Das nächste große Zusammentreffen im Züchterwettkampf in Salem findet am Samstag und Sonntag, 18. und 19. November, bei der Lokalschau für Kaninchen und Geflügel statt, bevor es dann im Dezember zu den Deutschen Meisterschaften geht.

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