Owinger ist erster Stammzellspender aus Salemer Typisierungsaktion

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Owinger ist erster Stammzellspender aus Salemer Typisierungsaktion
Owinger ist erster Stammzellspender aus Salemer Typisierungsaktion

Auch wenn bei der Typisierungsaktion für den leukämiekranken Lucas Tylla im Februar in Salem – der größten in der Geschichte der Deutschen Knochenmarkspenderdatei – und bei weiteren Aktionen in der Region unter 8360 Spendenwilligen kein genetischer Zwilling des zweijährigen Jungen dabei war, sind diese Aktionen nicht umsonst gewesen. Ganz im Gegenteil. Im Mittelpunkt einer Pressekonferenz am Dienstag in Salem stand der erste Stammzellspender, der aus der Salemer Aktion hervorgegangen ist. Danny Pfeiffer, 23-jähriger Krankenpfleger aus Owingen-Billafingen, war vom 13. bis 14. Juni in Dresden, um Stammzellen für ein 43-jährige Frau zu spenden, die wie Lucas an Leukämie erkrankt ist.

Bereits drei Wochen nach der Typisierungsaktion hatte Pfeiffer ein Päckchen der DKMS erhalten – mit der Bitte, Blutproben abzugeben, da er möglicherweise als Spender infrage komme. „Da war ich schon ein bisschen baff, dass das so schnell geht“, erzählt Pfeiffer. Ohne lange zu zögern, vereinbarte er einen Termin beim Hausarzt und schickte die Blutproben zurück zur DKMS. Es folgte eine Voruntersuchung, die positiv verlief, schließlich wurde der Termin fixiert. Fünf Tage davor musste Danny Pfeiffer damit beginnen, sich täglich zwei Spritzen zu verabreichen, um die Stammzellproduktion anzukurbeln. „Eigentlich habe ich eine Spritzen-Phobie. Deshalb habe ich mir die ersten beiden von meinem Vater geben lassen. Danach hab‘ ich’s dann selber gemacht, und es war gar nicht so schlimm.“ Auch die Spende selber sei kein großer Aufwand gewesen, nach dreieinhalb Stunden sei alles vorbei gewesen. Abgesehen von leichten Gliederschmerzen und einer gewissen Abgeschlagenheit habe er keine unangenehmen Nebenwirkungen gespürt. Und so ist es für Danny Pfeiffer auch keine Frage, dass er nochmal spenden würde, wenn es erforderlich ist.

Abgesehen von dem 23-Jährigen sind aus der Typisierungsaktion in Salem bislang noch vier weitere Spender hervorgegangen, die ihren Termin allerdings noch vor sich haben. Dass Dr. Martina Wanner zurecht von einer „unglaublich erfolgreichen Aktion“ spricht, lässt sich auch mit einer anderen Zahl verdeutlichen: Sage und schreibe 406 500 Euro sind, ausgelöst durch den kleinen Lucas Tylla, an Spenden zusammengekommen, um die Typisierungskosten von 50 Euro je Spender decken zu können. „Eine Summe, die kaum vorstellbar ist“, so Wanner.

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