Lucas: Suche nach Spender geht weiter

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Kein passender Spender dabei: Falls bis Mitte Mai kein identischer Zwilling für Lucas Tylla gefunden wird, wird sein Vater Chris
Kein passender Spender dabei: Falls bis Mitte Mai kein identischer Zwilling für Lucas Tylla gefunden wird, wird sein Vater Chris (Foto: sz)

Sieben Wochen sind seit der Typisierungsaktion für den kleinen Lucas Tylla aus Salem vergangen. Die meisten Blutproben sind untersucht. Die Eltern des Zweijährigen wissen bereits: Ein passender Spender für ihren Sohn ist nicht dabei. Auch nicht für einen anderen Menschen, der weltweit an Leukämie erkrankt ist und auf eine Stammzelltransplantation hofft.

Die Proben aus Salem wurden in ein Speziellabor nach New York geflogen, die Untersuchungen sind weitgehend abgeschlossen. Jetzt fehlen nur noch ein paar wenige Proben, die nachtypisiert werden müssen. Sabrina Grupp von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei ist deshalb vorsichtig optimistisch: Noch seien nicht alle Daten im Spenderlauf eingespeist. „Das ist derzeit immer noch ein laufender Prozess.“

Lucas hat noch ein bisschen Zeit, sagt sein Vater Christoph Tylla. Doch der Termin für die Stammzellspende steht fest: Mitte, Ende Mai. Derzeit wird Lucas mit einer weiteren Chemotherapie darauf vorbereitet. Sollte sich bis dahin kein genetischer Zwilling finden, wird Christoph Tylla für seinen Sohn Stammzellen spenden. Ideal wäre für Lucas natürlich ein genetischer Zwilling. Die Stammzellen seines Vaters sind eine „halb-identische“ Transplantation und passen nur zur Hälfte.

Kaum ein Tag vergeht, an dem die Menschen in der Region nicht an das Schicksal des kleinen Jungen erinnert werden. Die Hilfsbereitschaft ist ungebrochen: Bei unzähligen Aktionen, Veranstaltungen und Konzerten wurde und wird für die Aktion gesammelt. Insgesamt sind dadurch 386 000 Euro zusammengekommen. Da staunen auch die Mitarbeiter der Deutschen Knochenmarkspenderdatei in Tübingen. „Das ist völlig verrückt, wenn ich das so sagen darf“, so Sabrina Grupp. Das sei die bislang höchste Summe, die je für eine Aktion zusammengekommen ist. Dieses Geld wird benötigt, um die Untersuchung der Blutproben zu finanzieren. Eine Typisierung kostet 50 Euro.

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