Lucas fiebert erstem Urlaub entgegen

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Auf geht es nach Italien: Lucas freut sich am Dienstagabend auf seinen ersten Urlaub überhaupt. (Foto: Claudia Paul)

Einem Wirbelwind gleich flitzt Lucas durch den Hof, kaum zu glauben, dass er Anfang vergangenen Jahres erneut an Leukämie erkrankt ist. Nach der erfolgreichen Stammzellen-Transplantation von Vater Christof geht es Lucas gut. So gut, dass es jetzt mit einem Wohnmobil, das Familie Tylla von der Firma Hymer in Bad Waldsee zur Verfügung gestellt bekommen hat, in die Ferien geht.

Die Vorfreude auf den Familienurlaub ist groß, sehr groß bei den Tyllas. „Wir haben eine harte Zeit hinter uns“, sagt Ulrike Tylla – und wer die Krankheitsgeschichte von Lucas verfolgt hat, kann zumindest vielleicht ansatzweise erahnen, was die Familie durchgemacht hat.

Mit einem schicken Wohnmobil erfüllt sich nun ein Wunsch der Familie, einfach mal Urlaub zu machen. „Wir wollen nur mal verschnaufen, die Urlaubstage genießen“, so Mama Ulrike. Die Vorfreude ist bei allen spürbar, ist es doch der erste Urlaub seit zehn Jahren – und überhaupt der erste Urlaub mit Lucas, der einen Großteil seiner jungen Lebensjahre in Krankenhäusern verbracht hat.

Der mittlerweile dreijährige Steppke ist voller Vorfreude und vor Energie kaum zu bremsen. Dem Opa und dem Nachbar wird das Innere des Wohnmobils gezeigt, jede Klappe wird genauestens inspiziert und die Hupe getestet. „Die Hupe funktioniert“, lacht der kleine Mann hinter dem Steuer und würde am liebsten weiterhupen, was Papa Christof allerdings unterbindet. „Bei der Abfahrt morgen darfst Du noch mal hupen“, tröstet der Papa.

Lucas geht seit Januar an zwei Tagen in der Woche in den Kindergarten und ist begeistert. Lange genug musste er den Kontakt zu anderen Kindern meiden, da die Ansteckungsgefahr zu groß gewesen wäre. „Anfangs gab es schon Abschiedsschmerz, aber inzwischen ist das lange vergessen“, sagt Ulrike Tylla über das neue Leben ihres Sohnes.

Alle vier Monate muss Lucas zur Blutkontrolle in die Klinik nach Ulm, was für die Eltern immer eine nervenaufreibende Zeit ist, bis die Ergebnisse vorliegen. „Da liegen die Nerven blank, bis man weiß, es ist alles gut“ gesteht Ulrike Tylla. Gefragt, auf was er sich am meisten freut, antwortet Lucas: „Auf das Sandeln am Strand“.

Das Urlaubsgeld von Oma und Opa hat Lucas eingesteckt, und er weiß auch schon, was er sich davon kaufen wird: „Ein großes Erdbeereis“, strahlt der Kleine mit seinen braunen Kulleraugen. Gepackt hat er seine Sachen bereits mit Mama Ulrike, in sein Gepäck muss unter anderem ein Sandeleimer, ein Bauarbeiterhelm sowie ein Hammer. „Ich freue mich auf die Spaghetti mit Tomatensoße in Italien“, gibt Lucas bereitwillig Auskunft. Aber dann will er nur noch eins. „Ich will in den Sandkasten“, ruft er und flitzt um die Hausecke.

Die nächsten 20 Tage dürfen die Tyllas nur eines sein: Eine ganz normale Familie, die ihren Urlaub in „Bella Italia“ genießen will.

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