Kunst aus der ganzen Welt zu Gast in Frickingen

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Die Protagonisten bei der Eröffnung. Hintere Reihe von links: Jianmei Xiang, Helga Kunsemüller, Gunther Wecke und Iris Wecke. Vo
Die Protagonisten bei der Eröffnung. Hintere Reihe von links: Jianmei Xiang, Helga Kunsemüller, Gunther Wecke und Iris Wecke. Vo (Foto: Privat)
Schwäbische Zeitung

Ausstellungseröffnung in Frickingen: Am vergangenen Freitag wurde die Ausstellung „Begegnung 6“ eröffnet, an der acht Gam Y-Frauen aus drei Kontinenten beteiligt waren. Die Gruppe Gam Y ist eine ideelle Vereinigung von europäischen und außereuropäischen kreativen Frauen, die sich künstlerisch, kreativ und international vernetzen wollen.

Vor der Eröffnung der Herbstnacht hatten sich zahlreiche Gäste im Rathaus in Frickingen eingefunden, um die Vernissage mitzuerleben. Eine sehr ungewöhnliche Mischung verschiedener Künste aus Asien, Afrika und Europa hatte sich zusammengefunden, um eine Art Begegnung der Kulturen zu feiern.

Der Hausherr, Bürgermeister Jürgen Stukle, sprach die Eingangsworte und verwies auf die Ungewöhnlichkeit dieses grenzüberschreitenden Events. Mitten im Dorf Frickingen träfe sich die Welt. Dodo Wartmann, die Initiatorin von Gam Y und Organisatorin dieser Ausstellung dankte ihm und der Gemeinde für die Möglichkeit im Frickinger Rathaus ausstellen zu dürfen.

Jianmei Xiang aus Beijing spielte auf der Erhu, einem zweisaitigen Streichinstrument, eine poetische Eingangsmelodie und brachte Asien den Zuhörern näher. Später bezauberte sie das Publikum, zusammen mit der Schweizer Sinologin Helga Kunsemüller, mit einem Vortrag und der musikalischen Interpretation eines chinesischen Erzählstückes. Wort und Melodie bildeten einen poetischen Dialog, der zum Träumen einlud – eine ungewöhnliche und sehr neue Art des Zuhörens, zumal die Erhu recht unbekannte Töne hervorbringen kann.

Südafrikanische Nationalhymne schallt durch den Raum

Die Holländerin Iris Wecke sang die südafrikanische Nationalhymne und begeisterte damit die Zuhörer. Sie leitete so zur Vorstellung von Judy Holland ein, die von Günter Wecke präsentiert wurde. Er zeigte einen kleinen Film von Eiland Huis in Kapstadt, für das Holland alle Erlöse aus dem Verkauf ihrer Kunstwerke geben will.

Judy Holland aus Kapstadt präsentiert 21 Zeichnungen aus „grafite and beads“, allesamt Porträts von afrikanischen Stammesfrauen, die teilweise mit aufwändigen Perlenapplikationen geschmückt sind. Die hochwertigen Zeichnungen, mit fotografischer Genauigkeit gearbeitet, zeugen allesamt von exzellentem Können. Das Spiel von Licht und Schatten wird optimal wiedergegeben. Jedes Bild lebt, die Gesichter sind ausdrucksstark und faszinierend.

Käthy Borer-Gut aus Frick in der Schweiz, zeigt zehn Werke aus ihrem reichen Schaffen im Bereich Papierkunst. Sie spinnt Abfallpapier zu Fäden und verwebt sie dann zu kleinen, exakten Designerstücken. Nicht zu übersehen ist ihre Fähigkeit, Form und Inhalt zu verbinden. Auch ihre Ironie, die sie in den Objekten einbringt, lädt zum längeren Betrachten ein.

Lilly Heuer, Fotografin und wohnhaft in Leustetten, zeigt Makroaufnahmen, die sie von entrindeten Bäumen macht. Die Werke laden zum Träumen ein und bilden die Natur eines vier Quadratzentimeter großen Baumstückes in Vergrößerung auf bislang unbekannte Art und Weise ab.

Ausgefallenes Spiel mit dem Licht und Winterfreuden

Cristina Mazzotti aus der Schweiz formt Äpfel, Blumen und Kugeln in Rakutechnik. Verblüffend schöne Töne in Kupfer ergeben sich zusammen mit dem Spiel des Lichtes. Faszinierend sind auch die einzeln gestalteten bunten Blüten, die sie auf Metallstäbe aufgebracht hat und in einer Kugel drapiert – ein großer Strauß Keramik, der auch im Winter Freude bringt.

Dodo Wartmann aus Leustetten zeigt Stelen und Säulen, geformt aus Abfallmaterialien, alten Leinwänden, Gips, Sand und Glas. Sie benutzt dazu auch eigene Ölgemälde, die sie zerschneidet und spielerisch neu zusammensetzt. Zwei „Fensterstelen“ mit Anteilen wie geschmolzenes Glas, erinnern an moderne Kirchenfenster. Die Ausstellung ist bis zum 10. Oktober zu sehen. Der Erlös geht an Eiland Huis in Kapstadt an ein Behindertenheim.

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