Historische Kutschen bald auf Ausfahrt

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Die Vorbereitungen für das große Kutschen-Treffen im Mai im Schloss Salem laufen auf Hochtouren, mit dabei Bürgermeister Manfre
Die Vorbereitungen für das große Kutschen-Treffen im Mai im Schloss Salem laufen auf Hochtouren, mit dabei Bürgermeister Manfred Härle, Schlossverwalterin Birgit Rückert, Sabine Stark, Fritz Baur und Lena Nöh vom Verein Salemer Traditionsfahrten. (Foto: Brigitte Walters)
Brigitte Walters

Alle zwei Jahre gibt es rund um das Salemer Schloss ein großes Treffen historischer Kutschen. In diesem Jahr startet die Markgraf-Berthold-Gedächtnisfahrt mit alten Kutschen am 12. Mai. Für den 13. Mai ist eine Ausfahrt mit den Kutschen zum See, nach Stetten und Meersburg geplant. Erwartet werden hierzu etwa 30 historische oder originalgetreu nachgebaute Kutschen. Allein 20 Anmeldungen aus der Schweiz gibt es bereits, berichtete Fritz Baur, Vorsitzender des Vereins „Salemer Traditionsfahrten“. Der Verein ist Ausrichter dieses Treffens.

Markgraf Berthold von Baden, ein Bruder des jetzigen Markgrafen Max, war besonders vernarrt in Kutschen und Pferde. Bei Ausfahrten musste häufig der Kutscher den Bock verlassen und in der Kutsche Platz nehmen, dann übernahm der Markgraf selbst die Zügel und lenkte die Pferde, erzählt Fritz Baur beim Pressegespräch. Deshalb trägt die Gedächtnisfahrt seinen Namen.

Schon immer spielten die Kutschen und Pferde des Abtes in Salem eine besondere Rolle, berichtet Schlossverwalterin Birgit Rückert. Dies wird im Marstall deutlich. Der prunkvolle, barocke Pferdestall ist verziert mit Malereien und prächtigen Skulpturen von Anton Feuchtmayer. Diese wurden inzwischen gegen originalgetreue 3D-Kopien ausgetauscht. Die Fresken der Pferde stammen von einem jungen Maler der damaligen Zeit aus Neufrach.

Kulturgut soll erhalten werden

Kutschen und Pferde seien ein altes Kulturgut aus dem vorigen Jahrhundert, das erhalten bleiben soll, nennt Fritz Baur als Grund für diese Gedächtnisfahrt und für das Treffen. Die restaurierten oder nachgebauten Kutschen lassen die alte Zeit wieder aufleben, als es noch kein Auto gab. Dabei gehe es nicht nur um die Kutschen, sondern es zähle das Gesamtbild, mit dem Pferdegeschirr, der passenden Kleidung des Kutschers und des Beifahrers. Mit dem Treffen habe Salem ein Alleinstellungsmerkmal in der Region, weitere Treffen gibt es in Kißlegg und Basel.

Am Samstag, 12. Mai, präsentieren sich die Gespanne im Schloss Salem und werden dort vorgestellt. Nach einer Runde durch den Sternhof startet die Gedächtnisfahrt zum Affenberg in Salem. Während eines Picknicks haben Interessierte die Möglichkeit, die Kutschen aus der Nähe zu betrachten. Am Sonntag startet die Überlandfahrt über Baitenhausen nach Stetten und Meersburg. Dort gibt es auf dem Töbele-Parkplatz wieder Gelegenheit die Kutschen zu bewundern.

Bei der Vorbereitung und Durchführung werde der Verein von zahlreichen Ehrenamtlichen, von den Gemeinden Salem, Stetten und Meersburg, von der Feuerwehr und dem Roten Kreuz unterstützt, zählt Baur einen Teil der Helfer auf. Es sei eine große Herausforderung, da es gilt verschiedene gesetzliche Auflagen zu beachten, so müssen die Kutschen bestimmte Abstände einhalten, die Kutscher müssen über einen speziellen Führerschein verfügen.

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