Gemeinschaftsschule Salem startet dreizügig

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Schwäbische Zeitung

Die Gemeinschaftsschule am Bildungszentrum Salem startet nach den Sommerferien mit 74 Schülern. Wegen der hohen Zahl an Anmeldungen wird die Schule statt der ursprünglich geplanten zwei Klassen im neuen Schuljahr drei fünfte Klassen bilden. Das teilte Emil Bauscher, Rektor der Werkrealschule, in einer Pressemitteilung mit.

Bauscher geht davon aus, dass der große Zuspruch der Eltern auf das „Gesamtpaket“ zurückzuführen ist, das überzeugt hat. Als Stichworte nennt der Rektor: Fördermöglichkeiten für stärkere und schwächere Schüler, höhere Lehrerstundenzuweisungen, umfassende Unterstützungssysteme, eine kontinuierliche Berufswegeplanung, verpflichtender Ganztagsunterricht an drei Nachmittagen in der Woche jeweils bis 15.30 Uhr und die Kooperation mit den Beruflichen Gymnasien in Überlingen.

Bestätigt fühlt sich Bauscher auch durch Rückmeldungen von Eltern der künftigen Schüler. „Die Eltern hätten sich bewusst für die Schulart Gemeinschaftsschule entschieden. Das „Salemer Konzept“ und die Begeisterung des Schulteams, so die Aussage einer Mutter, haben die Eltern überzeugt“, heißt es in der Pressemitteilung. Erste Treffen und den Austausch mit Elternvertretern bestehender Gemeinschaftsschulen hätten Salemer Eltern bereits wahrgenommen. Die Gemeinschaftsschule sei eine logische Fortführung der pädagogischen Arbeit, die in den Salemer Grundschulen bereits praktiziert werde.

„Der Gemeinschaftsschule gehört die Zukunft“, sagt auch Salems Bürgermeister Manfred Härle auf Nachfrage der Schwäbischen Zeitung. „Die Eltern haben mit den Füßen abgestimmt.“ Härle erinnerte daran, dass Rektor Emil Bauscher mit einer zweizügigen Eingangsklasse der neuen Gemeinschaftsschule gerechnet habe. Die Verwaltung sei hingegen von drei, sogar vier Zügen ausgegangen. „Das Bildungszentrum hat eine Kapazität von fünf Zügen. Da wollen wir auch hin“, sagt der Bürgermeister.

Die Salemer Schule ist eine von 81 neuen Gemeinschaftsschulen im Land. Insgesamt gibt es dann in Baden-Württemberg im Schuljahr 2014/2015 schon 214 Bildungseinrichtungen dieser Art. Unterrichten werden an der Salemer Gemeinschaftsschule Lehrer aller Schularten, also Haupt-, Realschul- und Gymnasiallehrer sowie Sonderpädagogen. Auch zwei Salemer Realschullehrerinnen wechseln an die Gemeinschaftsschule. „Die Stelle eines Gymnasiallehrers haben wir ausgeschrieben“, erklärt Schulleiter Bauscher. Weiter sagte er: „Die Gemeinschaftsschule ist eine leistungsorientierte Schule.“

Die Fünftklässler lernen je nach ihrer individuellen Leistungsstärke auf drei unterschiedlichen Niveaustufen. Diese entsprechen dem Bildungsstandard der Hauptschule, der Realschule und des Gymnasiums. „Die Aufgaben in den Abschlussprüfungen werden zentral gestellt und sind in ganz Baden-Württemberg dieselben“, erklärt der Salemer Schulleiter. Das gilt für den Haupt- und den Realschulabschluss.

Die neue Gemeinschaftsschule Salem sieht Bauscher jedenfalls sehr gut aufgestellt. Das pädagogische Konzept habe man in den vergangenen drei Jahren systematisch entwickelt. Das Lehrerteam habe sich in Fortbildungen auf die neue Herausforderung vorbereitet und andere Gemeinschaftsschulen besucht. Mittlerweile gebe es Lernmaterialien für Gemeinschaftsschulen, sodass sich nicht mehr jede Schule alles selbst erarbeiten müsse. Weit fortgeschritten sei inzwischen auch die Vernetzung der Gemeinschaftsschulen untereinander. „Wir beteiligen uns an der digitalen Lernplattform ,DiLer'“, berichtet Bauscher. Dort teilen sich Schulen das Aufbereiten von Materialien untereinander auf. „Auf ,DiLer' entsteht gerade ein großer Fundus an Arbeitsmaterialien“, berichtet Konrektorin Karin Hiestand. „Vom klassischen Arbeitsblatt bis hin zu Lern-Apps, Power-Point-Präsentationen und Input-Filmen“ sei alles vorhanden.

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