Eiskeller in Weildorf soll auf die Prioritätenliste

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Mathilde Schlegel und Gerhard Wachter wollen den sogenannten Eiskeller in Weildorf erhalten (Foto: Anja Schuster)
Schwäbische Zeitung

Mathilde Schlegel und Gerhard Wachter wollen den sogenannten Eiskeller in Weildorf erhalten. Am liebsten wäre es ihnen, wenn die Gemeinde das Objekt erwirbt und saniert. Nachdem die Gemeinderätin dieses Anliegen bereits in der vergangenen Gemeinderatssitzung vorgetragen hat, bekräftigt sie ihren Wunsch ein weiteres Mal im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung.

Der Eiskeller liegt in der Mitte von Weildorf, hinter der Historischen Kegelbahn, die vor ein paar Jahren saniert wurde. Früher war der Eiskeller Teil der dortigen Brauerei, die nach einem Brand aber nicht mehr aufgebaut wurde. „Dort hat man früher Bier und Eis gelagert“, erzählt Gerhard Wachter, Vorsitzender des Freundeskreises Historische Kegelbahn, der sich sehr für den Erhalt des historischen Ortskerns engagiert. Seit vielen Jahrzehnten aber wird das Gebäude, dessen Kamin aus Sicherheitsgründen im Zweiten Weltkrieg teilweise abgetragen werden musste, nicht mehr benutzt. „Heute lagern dort Vereine ihre Sachen“, sagt Mathilde Schlegel „Es ist eine Oase“

Der Eigentümer des Eiskellers, dem auch der benachbarte, ehemalige Gasthof Adler (siehe Informationskasten) gehört, will verkaufen, weiß Mathilde Schlegel. Es gebe bereits einige private Interessenten, darunter ein Architektenehepaar, ein Ehepaar aus Tettnang und eine Familie aus Weildorf. „Das sind Liebhaber, die viel Geld investieren wollen“, sagt Gerhard Wachter. Doch ihm und Mathilde Schlegel wäre es lieber, wenn die Gemeinde das Gebäude kaufen und sanieren würde. Denn das denkmalgeschützte Gebäude sei ein Stück Ortgeschichte, das man erhalten sollte. „Aus unserer Sicht sollte das so bleiben, es ist eine Oase“, bekräftigt Schlegel ihren „sehnlichsten Wunsch“.

Zudem werden auf dem Platz vor dem Eiskeller inzwischen die Dorffeste gefeiert. Sogar das Loch für den Narrenbaum hat man extra verlegt. Sollte das Gebäude in private Hand kommen, könne man davon ausgehen, dass es in diesem Punkt Probleme geben könnte. Daher sei es besser, so Schlegel, wenn die Gemeinde erst einmal den Finger darauf hält. „Ideen für den Eiskeller hätten wir viele.“ Ein Museum, ein Hofladen, ein kleines Café, sind nur ein paar dieser Ideen. Die Gemeinde könne beispielsweise mit einem privaten Investor ein Konzept für den Eiskeller erarbeiten.

Mathilde Schlegel will deshalb den Eiskeller auf die Prioritätenliste für das Jahr 2014 setzen. Denn der Eigentümer „möchte die Last los haben“ und verkaufen. Und Gerhard Wachter fügt hinzu: „Er soll seine Vorstellungen erfüllt bekommen, er hat viel für das Dorf getan.“

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