Ein Zuhause für den Laubfrosch

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Der Laubfrosch soll sich zukünftig in den „Weitwiesen“ heimisch fühlen und ansiedeln.
Der Laubfrosch soll sich zukünftig in den „Weitwiesen“ heimisch fühlen und ansiedeln. (Foto: Archiv)
Schwäbische Zeitung

Im Herbst will die Gemeinde mit den ökologischen Ausgleichsmaßnahmen im Gebiet „Weitwiesen“ im Teilort Mittelstenweiler beginnen. Auf den rund 12 Hektar großen Gebiet sollen vor allem Lebensräume für den Laubfrosch und mehrere Libellenarten geschaffen werden. Eigentlich war auch die Ansiedlung des Kiebitz geplant. Doch für die bedrohte Brutvogelart werden große Flächen mit einer bestimmten Beschaffenheit benötigt.

Mit rund 1,8 Millionen Ökopunkten rechnet die Verwaltung für die Aufwertung der gesamten Fläche. Diese Ökopunkte und die damit verbundenen Ausgleichsmaßnahmen werden benötigt, wenn neue Flächen für Bau- oder Gewerbegebiete ausgewiesen werden. Konkret werden die vor Ort gewonnenen Punkte für die Baumaßnahmen „Neufrach Süd“ und „Neufrach Ost“ eingesetzt. Für den Erwerb und den Tausch von Grundstücksflächen in diesem Gebiet hat die Gemeinde seit dem Jahr 2010 rund 115 000 Euro investiert. Die Aufwertung des Gebietes steht seitdem bereits auf der Agenda des Gemeinderats. Durch langwierige Gespräche und Verhandlungen um Grundstücke hat sich der Beginn der Maßnahme jedoch verzögert, wie Sabine Stark von der Verwaltung in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend berichtete.

Nicht genügend Fläche für den Kiebitz

Damit der Laubfrosch vor Ort optimale Lebensbedingungen vorfindet, werde man versuchen wasserhaltende Senken und Wasserflächen mit einer Tiefe von rund 50 bis 70 Zentimetern zu schaffen, erklärte der Landschaftsarchitekt Helmut Hornstein. Die Wasserflächen könne der Laubfrosch im Frühjahr dann optimal als Laichgewässer nutzen, ehe die Flächen im Sommer wieder vertrocknen, so Hornstein. Für den ersten Bauabschnitt auf einer Fläche von rund 6000 Quadratmetern wolle man im Herbst beginnen. „Die Pläne dazu liegen gerade bei der Unteren Naturschutzbehörde“, sagte Bürgermeister Manfred Härle. Rund 80 000 Euro kosten die notwendigen Erdarbeiten.

Damit sich zukünftig auch der Kiebitz in den „Weitwiesen“ ansiedeln könnte, muss die Gemeinde jedoch größere zusammenhängende Flächen ausweisen können. Auf dem Gebiet gibt es immer noch Flächen, die Privatpersonen gehören und die teilweise zwischen den Flächen der Gemeinde liegen. Das für den Kiebitz geplante 6,7 Hektar große Areal, das in mehrere Abschnitte aufgeteilt ist, sei nach Angaben des Umweltschutzamts für die Ansiedlung des Kiebitzes nicht ausreichend genug, heißt es in den Sitzungsunterlagen.

Dementsprechend müssten die Pläne nun noch einmal überarbeitet werden. Damit sich der Kiebitz wohl fühle, braucht er offene und weite Wiesenflächen, erklärte Hornstein. Ulrike Lenski (Grüne offene Liste) stellte in Frage, ob die Aufwertungsmaßnahme ohne konkrete Pläne für die Ansiedlung des Kiebitzes überhaupt noch sinnvoll sei. Petra Herter (CDU) regte an, dass die Gemeinde weiterhin versuchen solle, Flurstücke zu tauschen, um somit genügend Gesamtfläche für ein Kiebitz-Konzept zu erhalten. Für Bürgermeister Härle sei der erste Bauabschnitt ein „guter Einstieg“ vor Ort und eine deutliche Verbesserung zum Ist-Zustand.

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