Bundestagswahl: Grüne nominieren Markus Böhlen

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Kreisvorstand und Landtagsabgeordnete der Grünen gratulieren dem nominierten Bundestagskandidaten (von links): Christa Hecht-Fl
Kreisvorstand und Landtagsabgeordnete der Grünen gratulieren dem nominierten Bundestagskandidaten Markus Böhlen. (Foto: Martina Wolters)
Schwäbische Zeitung
Martina Wolters

Der 50-jährige Kreisvorsitzende Markus Böhlen geht bei der Bundestagswahl 2017 für die Grünen als Kandidat des Wahlkreises Bodensee ins Rennen. Der Diplomkaufmann und Lehrer wurde am Montagabend im Salemer Restaurant Heck mit großer Mehrheit nominiert. Außerdem wählte die Kreismitgliederversammlung Delegierte für Landesdelegiertenkonferenz und Bundesparteitag der Bündnis90/Grünen.

Gut vorbereitet hat sich der Bundestagskandidat präsentiert, der bei der Wahl zum 17. Bundestag den Bodenseekreis plus Herdwangen-Schönach, Illmensee, Pfullendorf und Wald des Landkreises Sigmaringen „am liebsten per Direktmandat“ vertreten will.

In seinem Vorstellungsreferat machte der gebürtige Westfale am Montagabend in Salem deutlich, dass er sich für Europa, Klimaschutz, Verkehrspolitik und ein gleichberechtigtes Gesundheitssystem sowie gegen Atomkraft und Massentierhaltung stark machen will.

Der Sohn eines Zugführers sah es beispielsweise als Fehler an, dass die Bahn privatisiert worden sei. Dass riesige Summen von Steuergeldern in Zukäufe der Bahn als Aktiengesellschaft flössen, statt in Schienennetzausbau und höhere Taktung zu investieren, hielt er für „den falschen Weg“. Vielmehr müsse bei 70 Milliarden Steuergeldern „politisch klare Vorgaben“ gegenüber der Bahn getroffen werden. Eine Bundesstraßenmaut würde seiner Meinung nach „den Schwerverkehr dahin bringen, wo er hingehört“.

In einer anschließenden Diskussionsrunde erklärte Markus Böhlen auf Nachfrage von Matthias Klemm, der zukünftige Verkehrstrend gehe in Richtung elektrobetriebener Fahrzeuge, die emissionsfrei und leise seien. Die Region sollte sich in dem Zusammenhang überlegen, ob sie eine weitere Trasse brauche.

„Ich bin überzeugter Europäer“, unterstrich Böhlen seine Gesinnung auf Anfrage und unterstrich, wie bedeutsam es sei, dass sich EU-Mitgliedstaaten auch an die gemeinsamen Regeln hielten. Als bekennender Pazifist wollte er Waffenexporte in Krisengebiete verhindern. Das Thema Rüstung will er trotz zahlreicher Rüstungsbetriebe in der Bodenseeregion kritisch hinterfragen.

Den ehemaligen Außenminister Joschka Fischer nannte Böhlen als politisches Vorbild und auch, wenn er persönlich „lieber rot-grün als schwarz-grün“ favorisierte, wollte er „vor der Wahl keine Koalitionsfrage stellen“. Vielmehr sollte der Wähler entscheiden.

Neue Wählerschichten will der langjährige Lehrer für Betriebs- und Volkswirtschaft an der Friedrichshafener Hugo-Eckener-Schule generieren und dazu soziale Netzwerke nutzen.

„Ich freue mich sehr, dass ich breite Unterstützung im Kreis habe“, sagte der Nominierte zu dem positiven Nominierungsergebnis. Böhlen erhielt 42 von insgesamt 46 abgegebenen Stimmen bei zwei Neinstimmen und zwei Enthaltungen.

Der grüne Abgeordnete Martin Hahn und seine Landtagskollegin Andrea Bogner-Unden (beide MdL) gratulierten. „Ich wäre sehr froh, einen Bundestagsabgeordneten an meiner Seite zu haben“, unterstrich Hahn.

Die Kreismitgliederversammlung wählte Sophia Topp, Tilman Bechthold-Hengelhaupt und Isolde Riede als Delegierte sowie Markus Böhlen als Ersatzdelegierten für die Landesdelegiertenkonferenz am 19. und 20. November in Schwäbisch Gmünd.

Zur Bundesdelegiertenkonferenz am 11., 12. und 13. November entsendet die Versammlung nach Wahl Andrée Störk und Markus Böhlen. Ersatzdelegierte sind Sophia Topp und Isolde Riede.

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